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24. Januar 2013

U- Bahn Offenbach: Bahn bessert nach

 Von Martin Brust
Das Graffiti am Marktplatz ist eine Ausnahme – die Stationen in der Stadt sehen recht ordentlich aus.  Foto: Andreas Arnold

Die Rolltreppe an der Station Marktplatz läuft wieder, aber Kritik am Service bleibt. Denn der defekt hätte verhindert werden können. Außerdem sind viele Stationen verdreckt.

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Passanten stehen dicht gedrängt auf den Rolltreppen der S-Bahn an der Station Marktplatz: Ein häufiges Bild im Berufsverkehr, ein seltenes Bild jedoch zwischen November und Januar. Denn die Rolltreppe der stark frequentierten Station war seit Mitte Dezember defekt und lief auch den halben November nicht. Was für die meisten Menschen lediglich eine Weile lang Treppen steigen bedeutete, was der körperlichen Fitness ja sogar förderlich ist, das war für Menschen mit Behinderungen, Alte oder Fahrgäste mit Kinderwagen und schweren Gepäckstücken eine echte Mühsal. Zwar gab es als Alternative den Aufzug, aber der kann von der Kapazität her natürlich nicht mithalten.

Was sich nach einer typischen Bahn-Geschichte anhört, muss aber differenzierter betrachtet werden. Denn viele städtische Stellen sagen, dass sich die Situation an den vier S-Bahn-Stationen Kaiserlei, Ledermuseum, Marktplatz und Ost durchaus verbessert hat.

Viel zu verbessern

Bis vor zwei Jahren waren vor allem die häufig und lange defekten Rolltreppen ein stetes Ärgernis. Die kommunale Behindertenbeauftragte Claudia Steiner beispielsweise bemüht sich, an der Station Marktplatz möglichst täglich – außer bei Krankheit oder Urlaub – die Funktionsfähigkeit der Rolltreppen und Aufzüge zu überprüfen. „Es hat sich verbessert, seit die neuen Aufzüge eingebaut wurden“, sagt sie. Fügt aber auch hinzu, dass die Bahn „ein schwerleibiger Partner“ sei. So habe sich ein größerer Defekt an der Rolltreppe durch zunehmende Störgeräusche über lange Zeit hinweg angekündigt und sie habe das auch an die Bahn weitergegeben. Trotzdem erklärte das Unternehmen den langen Stillstand unter anderem mit dem Defekt der Antriebswelle, die extra angefertigt worden sei. „Das hätte man frühzeitiger planen können, die Bahn ist zu träge“, sagt Steiner.

Ganz ähnlich klingt, was man bei der Offenbacher Nahverkehrsorganisation NIO zu hören bekommt. Geschäftsführerin Anja Georgi sagt: „Es hat sich einiges getan seit 2010.“ Es bleibt aber auch noch viel zu tun: Die Tauben und ihr Kot sind in Offenbach-Ost ein großes Problem, außerdem in allen Stationen Graffiti und die Sauberkeit der Zwischenebenen. „Die sind ein Stiefkind, ebenso wie die Treppen und andere Flächen, die schlecht mit Maschinen gereinigt werden können. Auf den Bahnsteigen ist es meist ok“, sagt Klaus Pormetter, der bei NIO für die Qualitätssicherung zuständig ist. Und auch er beklagt die schwierige Kommunikation mit der Bahn.

Kein überzeugender Service

„Die Resonanz auf unsere Anrufe oder Hinweise ist nicht groß“, so Pormetter. Die NIO hat mit dem RMV eine Vereinbarung über einen Haltestellenbeauftragten. Dieser kontrolliert jede Station alle drei Monate.

Auch Frank Weber, der stellvertretende Ordnungsamtsleiter, führt Verbesserungen bei den Reinigungsintervallen und neue Abfallbehälter für die Bahn ins Feld. Die Servicequalität des Unternehmens sei aber doch sehr schwankend. Wenn Personal oder Reinigungsmaschinen ausfielen, dann merke man das sofort, schon am ersten Tag. Die Bahn müsse man immer wieder bitten und „manches dauert schon sehr lange“. So habe die Bahn rund ein Jahr gebraucht, um am Ausgang Rathaus der Marktplatz-Station ein beleuchtetes Schild anzubringen. Immerhin: Beim Aspekt Sicherheit seien die S-Bahn-Stationen unproblematisch und keine Brennpunkte.

Ein Bahn-Sprecher sagte der FR, alle Offenbacher Stationen würden regelmäßig vom Sicherheitsdienst des Unternehmens und auch von den Service-Mitarbeitern kontrolliert. „Wir gehen allen Informationen über den Zustand der Stationen nach“, so der Sprecher. Daten über die Störung von Fahrtreppen und Aufzügen würden nicht veröffentlicht. Gegen Tauben unternehme man, was möglich sei und installiere Netze sowie Stacheln. Aber das sei ein allgemeines Problem und oft auch „ein Kampf gegen Windmühlen“.

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