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28. Juli 2012

Olympia 2012: Zehn Millionen pro Medaille

 Von Jörg Winterfeldt
Medaillen werden meist teuer erkauft.  Foto: dapd

Der finanzielle Aufwand für die deutsche Olympiamannschaft ist enorm. Die staatliche Förderung richtet sich inzwischen nach Zielvereinbarungen mit den einzelnen Verbänden.

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Die Geschichte von Britta Steffen und Paul Biedermann ist schön. Dass die größten deutschen Medaillenhoffnungen in den Schwimmwettbewerben auch privat so gut auskommen, dass sie ein Liebespaar sind, rührt die Nation. Als Steffen, die in Peking gleich zwei Mal Gold gewonnen hat, in Shanghai bei der WM im vorigen Jahr versagte, wartete Biedermann zum Trösten gleich mit ihren Turnschuhen in der Hand am Beckenrand.

Ziele für die Schwimmer

So schön die romantische Geschichte auch sein mag, dort, wo es drauf ankommt, hilft sie dem Schwimmverband nicht weiter. Zwar steigert die Liebelei der Stars deren mediale Beachtung, aber abgerechnet wird Olympia auch bei den Schwimmern letztlich humorlos.
Vor dem Beschluss über die Aufteilung der Fördermittel für die Olympiade haben das für den Spitzensport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit den Schwimmern wie mit allen anderen Verbänden eine Zielvereinbarung geschlossen: Sechs olympische Medaillen, besagt die, sollten Chlorwasserspezialisten schon in London beisteuern.

Die edlen olympischen Plaketten, die das Selbstwertgefühl einer sich mit ihren Athleten identifizierenden Nation ebenso herauftreiben wie den Marktwert der Sportler, werden immer mehr zum Luxus. „Der Konkurrenzkampf hat weltweit zugenommen: Bei den Spielen in Athen 2004 haben 74 verschiedene Länder Medaillen gewonnen, in Peking vor vier Jahren waren es schon 80“, sagt der DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, „überall in der Welt wird stärker in den Sport investiert.“

China investiert Milliarden

Obwohl es nur Sport ist, gerät Olympia immer mehr auch zum Gradmesser für die Leistungsfähigkeit von Nationen. Um die Sportsupermacht USA zumindest vor eigenem Publikum übertrumpfen zu können, haben die Chinesen 4,5 Milliarden Dollar investiert. Mit 51 mal Gold bei 100 Medaillen insgesamt haben sie den Medaillenspiegel in Peking damit souverän dominiert vor den USA (36), auch wenn die Amerikaner mit 110 Medaillen insgesamt erfolgreicher waren. Deutschland landete mit 41 Podestplätzen, der mit Abstand geringsten Ausbeute seit der Wiedervereinigung, auf Rang fünf.

Förderung steigt

Die Sportfunktionäre konnten daraus aber sogar Kapital schlagen, um größere Erfolge versprechen zu dürfen: Obwohl die Zeiten wirtschaftlich kritischer geworden sind, hatte sich die staatliche Förderung für 2009 von 128 um 14 Millionen Euro erhöht, um seither allerdings Jahr für Jahr kontinuierlich auf zuletzt 132 Millionen zu sinken.
Etwa 545 Millionen Euro hat das BMI so in der vergangenen Olympiade für Olympiastützpunkte, Trainer und Betreuer, die Sportmaterialschmiede FES in Berlin oder das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig sowie zur Förderung der Athleten in den Leistungssport gepumpt.

Folgt man den Berechnungen der Leipziger IAT-Experten, ergibt sich daraus ein beeindruckender Aufwand pro Medaille: Die auf den zurückliegenden Ergebnissen beruhenden Prognosen gehen für London von der Kopie des Pekinger Medaillenspiegelrankings aus – China vor den USA, die Deutschen auf Platz fünf mit 15 Gold-, 19 Silber- und 20 Bronzemedaillen. Macht zehn Millionen Euro pro Medaille.
Ein erfolgreicheres Abschneiden würde die Systemumstellung des DOSB belohnen: Wurde gutes olympisches Abschneiden früher belohnt und schlechtes bestraft, so „wird nun als Projektförderung auf den nächsten Höhepunkt hingearbeitet“, sagt der Leistungssportdirektor, Bernhard Schwank, „eine Abwärtsspirale macht keinen Sinn“.

Leichtathletik aufgewertet

Weil schwächelnde Verbände daher nach dem Spielen in Peking sogar höhere Zuwendungen erhielten, um die Erfolgsaussichten zu verbessern, konnten die Leichtathleten, die in Peking gerade für eine Medaille verantwortlich waren, für London gleich 14 Athleten mehr qualifizieren. Die Zielvorgaben für die einzelnen Verbände werden ebenso unter Verschluss gehalten wie die Höhe der Zuwendung – um Neiddebatten zu verhindern.

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