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"Costa Concordia"-Unglück: Reederei soll illegal Crew-Mitglieder beschäftigt haben

Ein Marineoffizier koordiniert den Einsatz.
Ein Marineoffizier koordiniert den Einsatz.
Foto: dapd

An der "Costa Concordia" beginnen die Helfer mit dem Abpumpen des Treibstoffs. Auch die Suche nach Vermissten geht weiter. Noch immer ist nicht klar, wie viele Menschen wirklich auf dem Kreuzfahrtschiff waren - denn offenbar gab es blinde Passagiere an Bord.

An der „Costa Concordia“ haben die Vorbereitungen für das Abpumpen des Schweröls aus dem Kreuzfahrtschiff begonnen. Experten der Bergungsfirma Smit wollen zunächst den Rumpf des gekenterten Schiffes inspizieren und sehen, in welchem Zustand er ist.

Auch die Suche nach Vermissten sollte weitergehen. Marine-Taucher gingen daran, sich auf der Höhe des dritten Decks am Heck der „Costa Concordia“ den Weg in das Schiffsinnere frei zu sprengen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Für den Abend wurden stärkerer Wind und bewegte See in der Region vor der italienischen Küste vorhergesagt. Unklar war, ob das die Arbeiten an dem Wrack bedrohen könnte.

Noch immer aber herrscht keine Klarheit darüber, wie viele Personen noch vermisst werden. Es sind wohl etwa 18. Der neue Sonderkommissar für die Katastrophe Franco Gabrielli ist indessen vorsichtig und spricht lediglich von 15 offiziell bestätigten Todesopfern. Zwei Frauen wurden am Montag in der Nähe des Internet-Cafés des Schiffes geborgen. Acht Tote konnten bisher identifiziert werden, darunter laut italienischen Behörden auch ein Deutscher.

Costa Concordia - das Unglück in Italien

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Womöglich blinde Passagiere an Bord

Laut Gabrielli waren womöglich auch blinde Passagiere an Bord. So soll sich unter den 13 Opfern auch eine junge ungarische Frau befinden, deren Name auf keiner der Passagierlisten auftaucht. Auch die junge Moldawierin, die bereits als angebliche Geliebte von Kapitän Francesco Schettino gehandelt wurde, stand nicht auf den Listen.

Mit seiner Äußerung nährte Gabrielli aber noch ganz andere Spekulationen: Dass auch nicht alle Mitarbeiter an Bord ordnungsgemäß registriert waren. Die Reederei Costa Crociere mit Sitz in Genua wies solche Unterstellungen zurück. Doch steht es außer Frage, dass auch Costa Crociere beim Personal Kosten spart. 200 bis 400 Euro im Monat soll sie laut Aussage eines sizilianischen Bäckers, der in der Küche der „Concordia“ arbeitete, illegalen Putzkräften monatlich bezahlen.

Schwierige Bergung der Costa Concordia

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Auch sonst gibt es nach wie mehr offene Fragen als Antworten, was sich auf der „Concordia“ ereignet hat, nachdem sie vor Giglio einen Felsen gerammt hatte. Erwiesen ist seit Montag, dass Kapitän Schettino nicht unter Alkohol oder Drogen stand. Das hätten die Analysen von Urin- und Haarproben ergeben. Allerdings soll Schettino bereits vier Seemeilen vor der Insel die automatischen Navigationssysteme ausgeschaltet haben. Das hat Silvia Coronika, die dritte Offizierin, den Ermittlern gesagt. Sie befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke. Auf die erste Anfrage der Küstenwacht, die von der Mutter einer Passagierin alarmiert worden war, soll Schettino auch ihren Angaben zufolge zunächst abgewiegelt und nur von einem „Stromausfall“ gesprochen haben.“

Schettino beschuldigt Reederei

Schettino hat beteuert, dass er die Passagiere nicht unnötig beunruhigen wollte. Beim Haftprüfungstermin behauptete er auch, sofort die Reederei alarmiert und um Instruktionen gebeten zu haben. Mehr noch, es sei die Reederei gewesen, die die riskante Fahrt nahe an der Insel ausdrücklich gewünscht habe. Die Verantwortlichen der Reederei sollen diese Woche vernommen werden.

Innenansichten des Luxusliners Costa Concordia

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Autor:  Kordula Doerfler
Datum:  24 | 1 | 2012
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