Mister Abrams, im Mai bringen Sie das Raumschiff Enterprise zurück ins Kino: Ihr neuer Film ist schon der elfte "Star Trek"Teil. Was hat einen jungen Regisseur, der dank Erfolgen wie "Lost" auf dem Weg nach oben ist, daran noch gereizt?
Als ich gefragt wurde, ob ich es machen will, habe ich mich ziemlich schnell dafür entschieden - gerade weil keine der bisherigen Kino-Versionen so war, wie ich sie gerne gesehen hätte. Ich wollte meine eigene Version drehen. Das hat den Produzenten gefallen. Es fühlte sich für mich von Anfang an richtig an. Ich habe die ganze Zeit gespürt, dass es eine andere, eine neue Art gibt, "Star Trek" zu drehen.
Was fehlte denn den anderen "Star Trek"-Filmen ?
Die Charaktere waren schon etabliert, hatten ihre Geschichte, die der Zuschauer nicht kannte. Dabei kann ich mich doch erst, wenn ich den Ursprung ihrer Beziehungen kenne, richtig mit ihnen verbunden fühlen, Zuneigung entwickeln. Diese grundlegende Ebene möchte ich nun zeigen. Mir geht es um die Entwicklung der Charaktere. Außerdem soll dem Zuschauer klar werden, was es bedeutet, zur Sternenflotte zu gehören. Das ist etwas ganz Großes! Das ist cool!
Klingt, als seien Sie schon vorher ein Anhänger der 60er Jahre-Serie gewesen.
Nein, ich war nie ein Trekkie. Aber ich bin inzwischen dazu geworden. Und es war vor allem eine große Herausforderung, den Geist der Original-Serie zu erfassen. Meine Geschichte spielt ja vor der ersten TV-Serie - ich musste also immer diesen ganz eigenen Mikrokosmos im Hinterkopf behalten, in dem die Figuren sich bewegen. Ich finde, in vielen der Kinofilme ist nicht mehr viel übrig von dem, was "Star Trek" eigentlich ausmacht. Ich möchte mit meinem Film das Konzept nicht neu erfinden, sondern das fortsetzen, was in den 60er Jahren begonnen hat.
In Ihrem Film reist Mister Spock durch die Zeit - in die Jahre, in denen er auf der Sternenflottenakademie zum ersten Mal Captain Kirk traf. Für die Rolle des alten Spock konnten Sie noch einmal Leonard Nimoy gewinnen - obwohl der damit hadert, "der ewige Spock" zu sein.
Ja, es war eine große Ehre für mich, und unser erstes Treffen war sehr aufregend. Ich habe mir die ganze Zeit überlegt, wie ich mir seinen Part vorstelle. Dann dachte ich: "Es wäre schlicht eine Unverschämtheit, ihm zu sagen, wir er Mr. Spock spielen soll - er ist Mr. Spock." Letztlich war er dann unglaublich nett zu mir.
Sie wagen sogar echten Klamauk in Ihrem Film: In einer Szene schwellen die Hände des jungen Kirk wegen einer allergischen Reaktion an, werden riesengroß, und er rennt panisch auf dem Schiff herum. Meinen Sie, echte "Star Trek"-Fans vertragen so viel Selbstironie?
Man darf von dieser Szene nicht auf den ganzen Film schließen. Die Szene mit den Händen ist das Albernste, was geschieht. Aber natürlich haben die Charaktere Humor. Auch die klassische Serie war doch oft sehr witzig.
Aber doch eher unfreiwillig. Die eingeschworene Fan-Gemeinde gilt als gnadenlos kritisch.
Für die habe ich den Film nicht gemacht. Wer will, findet sicher etwas, das er nicht mag. Aber ich bin mir sicher, dass die Zuschauer vieles am Film mögen werden. Am meisten würde ich mich aber freuen, ganz neue Fans für "Star Trek" zu gewinnen.
(Interview: Claudia Hauser)
Star Trek XI (Trailer) Kinostart, 5. August 2009 http://www.startrekmovie.com
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.