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20. Februar 2013

„The Grand Budapest Hotel“: Hollywood zu Gast in Görlitz

 Von Anett Böttger, dpa
Früher residierte das Unternehmen Hertie in diesem Kaufhaus. In den vergangen Jahren blieb es ungenutzt. Für die Dreharbeiten kommt auch ein Oldtimer-Taxi vor dem Hotel zum Einsatz.  Foto: dpa

„Görliwood“ - unter diesem Synonym macht Görlitz Schlagzeilen. Die östlichste Stadt Deutschlands ist Filmkulisse für Hollywood und hat illustre Gäste: Ralph Fiennes, Jude Law, Adrien Brody oder Jeff Goldblum.

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Görlitz –  

Schon seit Wochen ist Hollywood in Görlitz allgegenwärtig. Seit der US-amerikanische Regisseur Wes Anderson („Moonrise Kingdom“) dort für seinen neuen Film „The Grand Budapest Hotel“ dreht, herrscht Aufregung an der deutsch-polnischen Grenze. Die Produktion brachte Schauspieler wie Ralph Fiennes, Jude Law, Adrien Brody oder Jeff Goldblum in die Stadt. Gerüchte kursieren, in welchem Altstadtlokal die Stars gesichtet wurden, Fotografen und Autogrammjäger liegen auf der Lauer, Denkmale wie Stadthalle oder Rathaus werden zu Kulissen.

Der Filmtrubel bleibt in Görlitz sogar länger erhalten als ursprünglich geplant. Bis in den April hinein sollen sich die Dreharbeiten hinziehen, verrät Eike Wolf, Sprecher der Studio Babelsberg AG. Anfangs war von 50 Drehtagen bis in den März hinein die Rede. „Im kreativen Prozess können durchaus neue Motive hinzukommen“, sagt Wolf. So fuhr Anderson mit seinem Team auch nach Zittau und in die Sächsische Schweiz. Ansonsten entstehen die Aufnahmen fast ausschließlich in Görlitz und Umgebung - streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Mit einem Gesamtbudget von 23 Millionen Euro und der großen Anzahl an Drehtagen hat „The Grand Budapest Hotel“ längst die Dimension vorangegangener Hollywood-Produktionen übertroffen - nicht nur in der Neißestadt, sondern auch in Sachsen. Dabei war Görlitz in den zurückliegenden Jahren schon Kulisse für Filme wie „Der Vorleser“ mit Oscar-Preisträgerin Kate Winslet oder für Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“.

Die Vielfalt an unverfälschter, original erhaltener Bausubstanz fasziniert immer wieder Produzenten und Regisseure. Rund 4000 Einzeldenkmale stehen in der Stadt. „Um eine solche Außenkulisse im Studio zu bauen, wäre viel Geld nötig“, sagen Filmemacher.

„Görlitz hat sich als Filmstadt herumgesprochen“, erzählt Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos). Er hat auch vorübergehend sein Amtszimmer im Rathaus geräumt, damit Anderson einen Tag lang in dem Raum mit der imposanten Gewölbedecke drehen konnte. „Wir versuchen alles zu öffnen, wofür wir Schlüsselgewalt haben“, versichert Deinege. Er weiß, dass es sich auszahlt, ein gutes Umfeld für Filmleute zu schaffen. Den wirtschaftlichen Nutzen der jüngsten Produktion für Görlitz will Deinege unbedingt analysieren lassen. Immerhin begannen die Vorbereitungen dafür schon im November.

Jugendstilkaufhaus zum Hotel umgebaut

Bislang sind Beteiligte - ob Firmen oder Statisten - zum Schweigen verpflichtet. Gastronomen in der Altstadt leben augenscheinlich gut vom Geschäft mit Stars und Filmleuten, äußern sich jedoch im Moment nicht offiziell zu Umsätzen. Ein Wirt spricht lediglich von einer „guten Trefferquote“, abends in einem Lokal am Untermarkt Prominenten wie Jeff Goldblum oder Owen Wilson zu begegnen.

Mancher Görlitzer hatte wohl auch gehofft, das zum Filmhotel aufwendig umgebaute Jugendstilkaufhaus nach den Dreharbeiten besichtigen zu können. Doch Details über die komplette Verwandlung des derzeit leerstehenden Denkmals bleiben jedoch ein gut gehütetes Geheimnis - bis zur Filmpremiere.

Unterdessen denkt die für Wirtschaftsförderung zuständige Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH darüber nach, eine originelle Ausstellung zu „Görliwood“ zu entwickeln. „Sie soll uns dabei helfen, Cineasten als neue Zielgruppe touristisch anzusprechen“, sagt Geschäftsführer Lutz Thielemann. Er glaubt zudem, dass die 2012 erstmals angebotene Stadtführung „Film ab!“ in dieser Saison stärker nachgefragt wird, nachdem die Stadt mit dem Thema bundesweit so stark präsent ist und es bleiben soll.

„Görlitz hat beste Voraussetzungen für Folgeproduktionen“, sagt Eike Wolf. Die Stadt wird auch Kulisse für Außenaufnahmen zur Verfilmung des Bestsellers „The Book Thief“ („Die Bücherdiebin“) von Markus Zusak. Die Dreharbeiten dazu beginnen noch im Februar im Potsdamer Studio Babelsberg.

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