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Alles über Shakira: Wahrhaftige Hüfte

Latino-Engel Shakira kommt auf Tournee – alles, was man dazu wissen muss, erfahren Sie von unserem Autor. Zum Beispiel welche Bedeutung ihr Name hat.

 Sängerin Shakira in ihrem Element.
Sängerin Shakira in ihrem Element.
Foto: dpa

Nächstes Jahr reist der Papst nach Deutschland – aber schon jetzt kommt vom Himmel hoch die Popgöttin und Hüftkönigin Shakira in  die Konzertkathedralen der Republik, kommt mit ihren Gaben. Empfangen Sie hier alle nötigen Informationen .

Shakira – wo kam die eigentlich her?

Plötzlich war sie da, stand 2001 blond, barfuß und mit nassen Klamotten auf einem Felsen am Meer, sang „Whenever, Wherever“, um am Ende des Videoclips von einer verschneiten Bergspitze wieder ins Wasser zu springen und uns verstört zurückzulassen. Erst später erfuhren wir, dass sie eigentlich dunkelhaarig ist, bis dahin spanisch sang und nicht aus dem Meer stammt, sondern vom kolumbianischen Festland.

Was ist ihr Geheimnis?

Kann zaubern. Hat alle verzaubert. Die ganze Welt liebt sie. Unabhängige internationale Beobachter (Wolle, Horst, Kim, Jack, Pablo und so weiter) glauben, dass es an ihrer zappeligen Hüfte liegt. Die lügt nicht.

Abgesehen von der Hüfte, wie sieht sie sonst so aus?

Schlimm, schlimm, schlimm. Mit so einem Gesicht und so einer Figur hast du normalerweise keine andere Chance – da musst du Popstar werden und Frisurendiskussionen geduldig ertragen. Fans im Shakiraforum.de mögen sie unter zehn bislang öffentlich gezeigten Varianten am liebsten „blond gelockt mit leichtem Ansatz“ (26,09 Prozent).

Kann die auch singen?

Das ist es ja. Nach der ersten flotten englischen Single mochte man noch denken, naja, das war vielleicht ein Ausrutscher und tja, schön sein allein genügt nicht und – dann folgte 2002 die Ballade „Underneath Your Clothes“. Yo, die kann auch noch singen.

Was kann sie noch?

Shakira schwitzt angeblich nie. Achtung, Konzertgänger – bei der Bambi-Gala verriet sie: „Ich bin wie ein Moskito, liebe es feucht und heiß.“

War sie von Anfang an erfolgreich?

Irgendwie schon. Sie lauerte einem Sony-Manager im Hotel auf, drückte ihm eine Demo-Kassette in die Hand, eigene Songs und Madonna-Interpretationen – und bekam einen Plattenvertrag. Die ersten zwei Alben des Teenagers auf Spanisch kamen zwar nicht so richtig gut an, und eine kolumbianische TV-Soap („El Oasis“), in der sie mitspielte, wurde nach einem Jahr abgesetzt.




Aber sie steckte das weg?

Shakira war ja Kummer gewohnt. Als sie klein war, machte der Papa mit seinem Juweliergeschäft pleite, zeigte ihr jedoch zum Trost die armen Kinder im Park, die barfuß Lösungsmittel schnüffelten. „Danach war ich geläutert. Ich nahm mir vor, schnell erwachsen und berühmt zu werden, um dann Dinge verändern zu können“, sagte sie einmal der Süddeutschen.

Und Shakira bedeutet ja auf Arabisch auch „die Dankbare“.

Ja. 1995 klappte in Südamerika der Durchbruch mit dem Album „Pies Descalzos“ („Barfuß“), und schon 1997 gründete sie ihre „Fundación Pies Descalzos“ („Stiftung Barfuß“) für obdachlose und hilfsbedürftige Kinder. Sie baut Schulen und besorgt Nahrung. Dafür wurde sie auch mehrfach geehrt, etwa von den Vereinten Nationen 2006 und später in der ZDF-Sendung „Ein Herz für Kinder“, die sie 2007 zur „Charity-Person des Jahres“ ernannte.

Kommt sie zum ersten Mal nach Deutschland?

Aber nein. Es gibt eine lange Shakira-Tradition in Deutschland. Schon 2003 war sie hier, und 2006 sang sie doch den Song zu unserer Fußball-WM: „Hips Don’t Lie“ – Hüften lügen nicht. Textauszug: „Hey Mädchen, ich kann deinen Körper sich bewegen sehen und es macht mich verrückt.“ Dabei war es eine Männer-WM. 2010 zur Weltmeisterschaft in Südafrika war sie wieder offizielle Sängerin und mit „Waka Waka“ (Platz 1 in D, A und CH) textlich noch näher dran: „Diesmal für Afrika, komm schon eh eh eh, mach schon eh eh.“ Das gefiel allerdings nicht durchgängig. Südafrikanische Radiohörerinnen forderten den Staatspräsidenten auf, eine einheimische Sängerin ans Mikro zu lassen.

Zur Person

Shakira Isabel Mebarak Ripoll, geboren am 2. Februar 1977 in Barranquilla, Kolumbien, schrieb schon mit acht Jahren ihre ersten Liebeslieder. Heute verkaufen sich ihre Alben viele Millionen Mal in aller Welt. Sie erhielt zahlreiche Preise, etwa Billboard- und MTV-Awards, den Grammy, Golden Globe und Bambi.

Die 1,57 Meter kleine Sängerin beginnt am Freitag, 3. Dezember, ihre Deutschland-Tournee in München. Weitere Termine: 8. Dezember Frankfurt, 9. Dezember Berlin, 11. Dezember Köln. (ill)

Shakiras Texte sind berühmt. So singt sie in „Whenever, Wherever“ nicht, sie sei glücklich über ihre relativ geringe Oberweite ...

... weil sie auf diese Art niemand mit Bergen verwechsele. Ja, das stimmt. Sie sagt freilich auch: „Es ist kein Problem, auf Englisch eine Pizza zu bestellen oder einem Anwalt Anweisungen zu geben. Aber ein Liebeslied in einer erlernten Sprache zu schreiben, ist ein schwieriger Job.“ Vieles, erläutert Shakira, klinge auf Englisch platter als auf Spanisch.

Und auf Deutsch erst mal.

Wir dürfen ihr aber nicht Unrecht tun. Sie singt zwar viel über die Liebe und über menschliche Körperteile, aber es soll auch gesellschaftskritische Ansätze geben und kämpferische Töne etwa gegen die Korruption unter Politikern, Kirchenvertretern...

Hört, hört. Immerhin ist Shakira katholisch erzogen und hat eine Klosterschule besucht.

Das hält sie nicht davon ab, den Finger in die Wunde zu legen. Sie selbst ist dagegen von Skandalen praktisch frei. Alles, was man je gehört hat, war diese Sache mit dem Brunnen in Barcelona, auf dem sie tanzte für einen Video-Dreh. Ein historischer Brunnen. Und ohne Drehgenehmigung.

Na, wenn das alle Skandale waren... andererseits soll sie ja Fan der Scorpions sein.

Sie trägt Scorpions-Shirts sogar bei manchen ihrer Auftritte. Als Idol nennt sie aber den verstorbenen Nirvana-Sänger Kurt Cobain.

Hoffentlich nicht, was den Umgang mit Drogen angeht!

Wohl kaum. Wie liest man doch so treffend über sie: „Shakira lehnt die Einnahme von Drogen ab. Daneben gibt sie an, dass Bands wie The Beatles, The Cure, Led Zeppelin und The Police ihre Musik beeinflussen.“ Was auch immer das miteinander zu tun hat – es muss stimmen. Das sonderbare Zitat ist schließlich mindestens 20 Mal wortwörtlich im Internet zu finden.

Shakira - Hüftschwung auf zwei Beinen

Bildergalerie ( 11 Bilder )
Autor:  Thomas Stillbauer
Datum:  2 | 12 | 2010
Kommentare:  3
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