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14. Dezember 2012

Amoklauf in Newtown, Connecticut: 28 Tote bei Schießerei an US-Grundschule

 Von Damir Fras
Eine Nonne tröstet eine Frau vor der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown. Foto: dpa

Bei einer Schießerei in einer Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut sind nach Angaben der Polizei 28 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder und der Schütze.

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Washington –  

Bei einem Amoklauf in einer Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut sind am Freitag nach Angaben der Polizei 28 Menschen, unter ihnen 20 Kinder, getötet worden. Wie viele Menschen verletzt wurden, wurde zunächst nicht bekannt. Die Polizei bestätigte am frühen Abend die Zahl der Toten. Unter den Toten ist auch der Täter, der sich selbst getötet haben soll, sowie seine Mutter, die als Lehrerin an der Schule arbeitete.

Nach ersten Erkenntnissen eröffnete ein Mann am Morgen das Feuer auf Schüler und Lehrer. Seine Leiche wurde später in der Schule gefunden. Es handelt sich damit um einen der schlimmsten Amokläufe in der Geschichte der USA. An der Sandy-Hook-Grundschule in der Kleinstadt Newtown nordöstlich von New York werden etwa 600 Kinder vom Kindergartenalter bis zur vierten Klasse unterrichtet.

Paul Vance von der Conneticut State Police

Augen- und Ohrenzeugen berichteten, dass ein Mann gegen 9.40 Uhr Ortszeit begonnen habe, aus einer halbautomatischen Handfeuerwaffe auf die Grundschüler zu schießen. Es habe sich angehört, als seien mindestens 100 Schüsse gefallen, sagte eine Ohrenzeugin im US-Fernsehen. Dem Sender CNN sagte eine Angestellte der Schule, sie seit mit sechs anderen Personen in einem Raum bei einer Besprechung gewesen, als die ersten Schüsse fielen. Sie habe daraufhin die Notrufnummer 911 gewählt. Drei Kollegen seien in dieser Zeit auf den Flur hinaus gegangen, jedoch sei nur einer zurückgekommen. Den Rektor der Grundschule und den Schulpsychologe habe sie nicht zurückkommen sehen, sagte die Frau. Die Lehrer wurden offenbar ebenfalls von den Kugeln getroffen und möglicherweise sogar getötet. Das war am Abend mitteleuropäischer Zeit noch unklar.

Ein etwa zehn alter Schüler sagte einem Fernsehsender, er habe sich während des Amoklaufs in der Sporthalle der Schule aufgehalten: „Ich hörte, wie es bäng, bäng, bäng machte. Ich dachte, dem Hausmeister sei etwas heruntergefallen.“ Von seinem Lehrer sei er gedrängt worden, sich im Umkleideraum in Sicherheit zu bringen, sagte der Schüler. Kurze Zeit danach seien Polizeibeamte aufgetaucht und hätten die Schüler aufgefordert, sofort das Gebäude zu verlassen.

Etwa 20 Jahre alter Mann

Laut mehreren Medienberichten handelte es sich bei dem Amokläufer um den Sohn einer Lehrerin, die an der Schule unterrichtete. Dies könnte erklären, wie sich der Täter Zugang zu dem Gebäude verschaffen konnte. An der Sandy-Hook-Grundschule gelten strenge Sicherheitsbestimmungen, Besucher müssten an der Tür klingeln, und sich ausweisen, hieß es. Über die Motivlage des Schützen war zunächst nichts bekannt. Mehrere Medien berichteten, dass der Mann außer der Mutter weitere Mitglieder seiner Familie getötet habe. Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass es einen weiteren Toten außerhalb der Schule gegeben habe.

Die Ermittler machten zunächst keine Angaben dazu, wie viele Waffen der Todesschütze mit sich trug. Er soll mindestens zwei, möglicherweise sogar vier Waffen bei sich gehabt haben, hieß es. Unklar war auch, ob er einen Komplizen hatte. Kurz nach dem Massaker führte die Polizei einen Mann in Handschellen aus einem Waldstück ab. Nach Aussagen von Zeugen soll der Mann gerufen haben: „Ich habe es nicht getan.“

US-Präsident Barack Obama wurde am Freitag fortlaufend von der Bundespolizei FBI und seinem Sicherheitsberater John Brennan über den Stand der Ermittlungen informiert. Obama habe sein Beileid ausgesprochen und die Hilfe der Bundesbehörden angeboten, sagte ein Sprecher des Gouverneurs von Connecticut, Dan Malloy. Als Vater zweier Töchter berühre ihn der Amoklauf ganz besonders, sagte Obamas Sprecher Jay Carney in Washington.

Bei einer Pressekonferenz verurteilte Barack Obama den Amoklauf als "heimtückische Tat". Wiederholt kämpfte er mit den Tränen und musste innehalten, als er im Weißen Haus ans Mikrofon trat. Das Land mache derartige Tragödien zu häufig durch, sagte Obama zum Blutbad an Kindern und Lehrern an der Grundschule in Newtown. Er reagiere nicht nur als Präsident, sondern auch als Vater, so der Präsident, der zwei Töchter hat. Er fühle überwältigende Trauer: „Unsere Herzen sind gebrochen.“ Als Konsequenz aus dem Amoklauf, bei dem nach Medienberichten 27 Menschen getötet wurden, forderte Obama „bedeutsame Schritte“: „Wir müssen zusammenkommen..., jenseits von politischen Erwägungen.“

Präsident Obama bei einer Pressekonferenz

Auf Fragen von Journalisten, ob nach dem Amoklauf von Newtown die Frage schärferer Waffengesetze auf Obamas Prioritätenliste nach oben rutschen werde, antwortete Carney ausweichend. Es werde der Tag kommen, an dem über diese Angelegenheit diskutiert werden müsse, sagte Carney: „Aber ich glaube nicht, dass heute schon dieser Tag ist.“ Ende Juli dieses Jahres war nach einem Massaker in einem Kinosaal in Aurora/Colorado, bei dem zwölf Menschen getötet wurde, für kurze Zeit eine Debatte über eine Verschärfung der laxen Waffengesetze in den USA in Gang gekommen - allerdings ohne Ergebnis. (mit dpa)

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