Herr Unger, Tief "Daisy" hat Sie am Wochenende zum meistzitierten Mann in Deutschland gemacht: Die Bevölkerung solle sich mit Lebensmitteln und anderen Dingen für den Notfall eindecken, riefen Sie auf.
Das ist etwas, das wir grundsätzlich den Bürgerinnen und Bürgern raten: Sie sollen generell in der Lage sein, auf ähnliche Krisen zu reagieren. Das lehrt uns die Erfahrung etwa mit den Stürmen "Lothar" oder "Kyrill".
Sie rieten zu Kerzen und batteriebetriebenen Radios - aus heutiger Sicht: War der Aufruf zum Wochenende nötig?
Die Bedrohung hat sich bestätigt, wenn auch nicht für die gesamte Republik, so doch zumindest für einige Gebiete im Norden. Aber es gehört zu unseren Aufgaben, vor allem rechtzeitig zu warnen. Wenn wir erst abwarten, ob es tatsächlich so schlimm wird wie befürchtet, dann können wir uns die Warnung sparen.
"Daisy" hat sich wieder beruhigt, "Bob" wird wohl kalt statt stürmisch. Wie lang müssen die Leute noch auf der Hut sein?
Das müssen sie immer. Es geht uns um die Sensibilisierung der Bevölkerung: Wie ist die konkrete Situation? Bin ich in einer Region, die gefährdet ist? Die Menschen sind heute gefordert, sich nicht nur auf den Staat zu verlassen, sondern selbst etwas für ihre Sicherheit zu tun.
Interview: Thomas Stillbauer
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