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Aus Spaß: Heino covert Rammstein

Heino lässt sich das Singen nicht verbieten. Foto: Caroline Seidel
Heino lässt sich das Singen nicht verbieten. Foto: Caroline Seidel

Hamburg/Berlin. Heino schlägt zurück: Auf seinem neuen Album «Mit freundlichen Grüßen» singt der Schlagersänger Lieder von bekannten deutschen Bands - darunter Die Ärzte, Rammstein und Sportfreunde Stiller.

«Er möchte sich natürlich auch einen Spaß erlauben», sagte Heino-Manager Jan Mewes in Hamburg. «Er möchte den Kollegen, die ihn jahrelang (...) veräppelt haben, einfach auch mal einen Spiegel vorhalten.»

Sein Album sei aber gleichzeitig als Hommage an die deutsche Rock- und Pop-Musik zu verstehen. «Eigentlich sind die Lieder, die er aufgenommen hat, schon Volkslieder geworden, weil sie im Repertoire der Deutschen verankert sind», sagte Mewes. Außerdem wolle der Musiker mit der dunklen Sonnenbrille seinen Fans tolle deutschsprachige Lieder aus dem Pop- und Rockbereich vorstellen.

Den Song «Sonne» von Rammstein, den Heino covert, bezeichnete der 74-jährige Künstler in der «Bild»-Zeitung als «ein wirklich schönes Stück Volksmusik». Die Kollegen hätten durchaus Talent für volkstümliche Texte.

Dem Zeitungsbericht zufolge gehen Rammstein und Die Ärzte wegen des geplanten Albums auf die Barrikaden. Dies wiesen beide Bands am Donnerstag zurück. «Mit Befremden» habe Rammstein die Berichterstattung gelesen, hieß es am Donnerstag auf der Homepage der Gruppe. Rammstein befinde sich nicht in einer Auseinandersetzung mit Heino.

Auch die Plattenfirma der Ärzte, Hot Action Records in Berlin, widersprach dem Artikel. Dass Heino auf der Platte den Ärzte-Hit «Junge» zum Besten gibt, habe bei den Punk-Rockern nicht für Aufregung gesorgt, hieß es am Donnerstag. Die Band habe Heino auch nicht mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte er ein Video seiner «Junge»-Version herausbringen, wie die Zeitung berichtet hatte.

Heino-Manager Mewes erklärte dagegen der Nachrichtenagentur dpa, er habe eine Nachricht von Heinos Plattenfirma Starwatch Entertainment bekommen: Demnach drohen die Ärzte mit einer sechsstelligen Schadenersatzklage, falls das bereits produzierte «Junge»-Video veröffentlicht und für Werbezwecke genutzt wird.

Möglicherweise bewegt sich Heino mit seinem neuen Album auf wackligem, rechtlichem Terrain. Sein Management bestätigte, dass keine der Bands vorher um Erlaubnis gefragt wurde. Ein Cover ohne Zustimmung sei aber dann erlaubt, wenn das Originalwerk nicht verändert werde, erklärte Musikrechtsexperte Hans-Jürgen Homann. Sobald ein Künstler ein Werk bearbeite, brauche er die Freigabe des Urhebers. «Melodie, Instrumentalisierung, Text und Struktur des Liedes müssen beibehalten werden», sagte der Rechtsanwalt.

Heino selbst erklärte in der «Bild», er lasse sich das Singen nicht verbieten: «Jahrelang hat man mit meiner Person Schabernack getrieben - jetzt zeige ich den jungen Leuten mal, was man aus ihren Liedern machen kann.» «Mit freundlichen Grüßen» erscheint am 1. Februar bei Sony Music. (dpa)

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