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Bangladesch: Das Drama der Kinderarbeit

Steine schleppen, Bleche biegen, T-Shirts bleichen: Für Millionen Kinder in Bangladesh ist das der Alltag. Der Fotograf G.M.B. Akash hält das Drama seit Jahren fest - und versucht, selbst zu helfen.

Robina, 10, schleppt Steine in einer Ziegelei in Dhaka. Über ihre Arbeit sagt sie: Es ist immer ärgerlich, wenn mein Vater mich um vier Uhr früh weckt, damit ich zur Arbeit gehe. Ich habe immer Schmerzen im Rücken und in den Beinen. Wir haben lange Arbeitszeiten und manchmal fühle ich mich sehr schläfrig.
Robina, 10, schleppt Steine in einer Ziegelei in Dhaka. Über ihre Arbeit sagt sie: "Es ist immer ärgerlich, wenn mein Vater mich um vier Uhr früh weckt, damit ich zur Arbeit gehe. Ich habe immer Schmerzen im Rücken und in den Beinen. Wir haben lange Arbeitszeiten und manchmal fühle ich mich sehr schläfrig."
Foto: G.M.B. Akash / Kontinente

Die heiße Luft ist von rotem Ziegelstaub erfüllt, in jeder Pore, jeder Hautfalte, an jedem Haar klebt das Zeug - auch in den Lungen der Kinder, die hier in einer Ziegelfabrik bei Dhaka in Bangladesch Steine schleppen. Doch Refia, zwölf Jahre alt und seit vier Jahren Fabrikarbeiter, klagt nicht, genauso wenig wie die Dutzenden anderer Kinder, die hier schuften - bis zu zehn Stunden täglich, ohne Staubmasken, ohne Handschuhe, für 50 Taka pro 1000 Steine, das entspricht 75 Cent. "Die Kinder kennen ja gar nichts anderes", erzählt der Fotograf G.M.B. Akash. Worüber sollten sie sich beschweren?

Seit vier Jahren dokumentiert Akash, 31, der selbst in Dhaka lebt, das Drama der Kinderarbeit in seinem Land. Jetzt hat ihn die deutsche Kindernothilfe für seine Bilderserie "Geraubte Kindheit" ausgezeichnet. "Aber das Projekt läuft weiter", sagt er - das Thema ist von wachsender Aktualität, trotz vieler politischer Versprechen, etwas zu ändern für die etwa sieben bis neun Millionen betroffenen Kinder in Bangladesh.

"Irgendeine Besserung habe ich in den vier Jahren nicht gesehen", sagt Akash. Im Gegenteil: Für Reis und Gemüse zahlen die Menschen doppelt so viel wie 2006. Die Familien, die ihre Kinder in die Ziegel- und Textilfabriken schicken, seien mehr denn je auf das Geld ihrer Jüngsten angewiesen.

Die Kinder trotzdem neben der Arbeit zur Schule zu schicken, bei besserem Lohn - das ist eine der Ideen, für die Akashs Bilder werben. Es könnte doch "von jedem T-Shirt, das im Ausland verkauft wird, etwas an die Familien in Bangladesh gehen." Doch auch mit Geld ist die Hilfe manchmal schwierig. Akash selbst hatte etwas für den zwölfjährigen Refia gesammelt, hatte ihm den Wechsel zur Schule vorgeschlagen. Er lehnte ab. "Er ist an die Arbeit gewöhnt. Eine Alternative kennt er ja nicht." two

Datum:  26 | 11 | 2008
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