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05. Februar 2016

Beben der Stärke 6,4: Schweres Erdbeben in Taiwan

Ein vom Erdbeben schwer beschädigtes Gebäude in der Stadt Tainan.  Foto: REUTERS

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert den Süden Taiwans. In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan stürzen mehrere Wohnhäuser ein. Mindestens elf Menschen kommen ums Leben, mehr als 400 werden verletzt.

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Taipeh –  

Bei einem schweren Erdbeben im Süden Taiwans sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Ein 16-stöckiges Hochhaus, in dem Familien zum chinesischen Neujahrsfest zusammengekommen waren, stürzte in der Stadt Tainan komplett ein. Medien berichteten, bis zu 30 Menschen würden noch unter den Trümmern vermisst.

Das Beben der Stärke 6,4 erschütterte Taiwan in der Nacht zum Samstag. Mehrere mehrstöckige Wohnhäuser in Tainan stürzten ein, die Behörden sprachen von insgesamt mehr als 400 Verletzten. Allein in den Trümmern des 16-stöckigen Hochhauses starben mindestens neun Menschen, darunter ein zehn Tage altes Baby und zwei weitere Kinder. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mehr als 250 Menschen aus den Trümmern des Wei-Kuan-Hochhauses gerettet, das komplett auf die Seite stürzte. Mehr als 40 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

"Ich habe Häuser gesehen, die nach oben und unten, nach links und rechts geschwankt sind", erzählte ein Überlebender. "Der erste und zweite Stock stürzten einfach ein", fügte er gegenüber dem Sender SET TV hinzu. Eine andere Bewohnerin des Hochhauses berichtete, wie sie sich selbst aus ihrer Wohnung befreite: "Ich nahm einen Hammer, um die Tür meiner Wohnung aufzubrechen, die verbogen und abgeschlossen war - und dann konnte ich hinausklettern." Ein anderer Mann knotete Kleidungsstücke zusammen, um sich vom neunten Stock in den sechsten abzuseilen, wie die Zeitung "Apple Daily" berichtete.

Die Rettungskräfte waren zunächst im Dunkeln mit Scheinwerfern im Einsatz, um in den Trümmern nach Überlebenden zu suchen. Mit Leitern, Kränen und Baggern versuchten sie, in die völlig zerstörten Wohnungen zu gelangen. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Etwa 800 Soldaten wurden mobilisiert, um den Rettungskräften zu helfen.

In dem Hochhaus-Komplex gab es den Behörden zufolge 256 Bewohner in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens noch mehr Menschen als sonst in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Verwandte zu Besuch gewesen seien.

2000 Haushalte ohne Strom

Auch Regierungschef Chang San Cheng eilte zur Unglücksstelle. Eine ältere Frau berichtete ihm unter Tränen, dass ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelkinder im 15. Stock verschüttet worden seien, wie "Apple Daily" berichtete. Im Internet gab es aufwühlende Vermissten-Anzeigen. Die Behörden gaben zunächst keine offizielle Vermisstenzahl bekannt.

Aus den Trümmern eines ebenfalls eingestürzten siebenstöckigen Hauses wurden mindestens 30 Menschen geborgen. Andere Gebäude in Tainan waren halb zusammengebrochen. Acht Notaufnahmelager wurden in der Stadt eingerichtet. Restaurants und Hotels boten kostenlos Unterkunft und Essen an. Etwa 400.000 Menschen waren laut Behörden ohne Wasser und 2000 Haushalte ohne Strom.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.
Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3. (afp)

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