Mr. Stiller, erleben Sie Hollywood wirklich als eine Art Kriegsschauplatz? Den Vergleich legen Sie mit Ihrem Film "Tropic Thunder" jedenfalls nahe ...
Hollywood ist ein taffes Business und keine einfache Welt: Man braucht ein dickes Fell, wenn man dort etwas erreichen will. Du musst genau wissen, was du willst, mit Ablehnung umgehen können und unabhängig von anderen Menschen dein Ding durchziehen - egal, ob das ein Erfolg oder ein Misserfolg sein könnte.
Ben Stiller wurde am 30. November 1965 in New York geboren. Er zählt heute zu den bestbezahlten Komikern Hollywoods.
Seine ersten Kurzfilme drehte er selbst; im Alter von zehn Jahren hatte er einen ersten Auftritt in der Fernsehserie "Kate McShane". 1983 brach er sein Studium ab und drehte eine Parodie auf den Film "Die Farbe des Geldes", woraufhin ihm MTV seine eigene Fernsehshow gab, für die er einen Emmy erhielt.
Seinen Durchbruch schaffte Stiller 1998 mit dem Komödienerfolg "Verrückt nach Mary". Darin spielt er einen sympathischen Durchschnittstypen mit leichten Macken - eine Rolle, die er in Filmen wie "Meine Braut, ihr Vater und ich" perfektionierte.
"Tropic Thunder" ist seine vierte Regiearbeit, eine Parodie auf das Vietnamfilm-Genre und zugleich eine Satire auf überspannte Hollywood-Schauspieler.
Die Idee zu "Tropic Thunder" hatten Sie schon vor über 20 Jahren, als Sie eine kleine Rolle in Steven Spielbergs Kriegsfilm "Das Reich der Sonne" hatten. Damals produzierte Hollywood eine ganze Reihe von Vietnamfilmen - heute sind es Dramen über den Krieg im Irak. Haben Sie jemals überlegt, auch Ihre Kriegsfilm-Parodie nicht im Vietnam der 70er spielen zu lassen, sondern in der Gegenwart?
Nein, für mich hatte die Idee damals ihren Ursprung und ich liebe dieses Genre des Vietnamfilms, das ein ur-amerikanisches Genre ist. Ich denke, dass über den Krieg bereits so viele Filme gemacht wurden, dass es seine eigenen Klischees geschaffen hat.
Über die Sie sich nun lustig machen. Verlachen Sie dabei nicht auch das Militär an sich?
Nein, denn es war für mich sehr wichtig, dass "Tropic Thunder" vor allem eine Satire über Schauspieler wird, die einen Kriegsfilm drehen - und nicht über den Krieg selbst. Daran ist schließlich nichts Komisches. Außerdem haben wir am Drehbuch für den Film schon gearbeitet, bevor der Krieg im Irak losging.
Nicht nur Veteranen und Schauspieler dürfen sich getroffen fühlen. Schon vor dem Start protestierten Vertreter US-amerikanischer Behinderten-Verbände gegen Ihren Film, weil sie einen Dialog diskriminierend fanden. Da reden zwei Schauspieler über die Chancen, als Behinderten-Darsteller zu Ruhm zu kommen. Legen Sie es darauf an, möglichst viele Gruppen vergrätzen?
Nein, überhaupt nicht. Mein erster Gedanke war: Hätten diese Leute doch nur den Film gesehen. Die Proteste begannen nämlich, bevor sie ihn gesehen hatten. Für mich als Regisseur war eigentlich klar, dass die Komik aus der Idee entsteht, dass sich Schauspieler viel zu ernst nehmen. Die Schauspieler sind diejenigen, die total lächerlich erscheinen. Und ich habe gedacht, dass die Menschen das auch erkennen, wenn sie den Film sehen.
Waren diese Proteste nicht auch eine gute Publicity für Ihre Komödie?
Nicht unbedingt. Ich denke, dass jeder das tun kann, was er tun will, und die Meinung haben kann, die er haben will - aber letztendlich spricht der Film für sich selbst.
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