Mit Anzeigen und Berichten in Zeitungen hatte der Bund den Eindruck erweckt, in der Hauptstadt solle in einem neuen Restaurant Menschenfleisch zum Verzehr angeboten werden. Der für das Lokal ausgesuchte Name „Flime“ stünde für „Fleisch isst Menschen“, hieß es nun beim Vegetarierbund.
Der Verein wollte damit auf die Eröffnung seines Hauptstadtbüros in Friedrichshain aufmerksam machen, sagte Geschäftsführer Sebastian Zösch am Donnerstag. In den vergangenen Wochen wurde auch im Internet für ein Restaurant geworben, das nach „einem aufgeschlossenen Chirurgen“ und Körperteil-Spendern suchte. Teil der Kampagne war zudem eine fiktive Internet-Versteigerung vermeintlicher Menschenfleischpastete.
„Den Vegetarierbund gibt es seit 1892, soviel Aufmerksamkeit hat es für uns noch nie gegeben“, so Zösch. Mit seiner Kampagne wollte der Bund nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass alle 3,6 Sekunden ein Mensch an Unterernährung stirbt, während ein Großteil der Getreideerträge an die sogenannten Nutztiere verfüttert werde.
Volker Nickel, Sprecher des Deutschen Werberats, verurteilte die Aktion: „Hier ist man über das Ziel hinausgeschossen.“ Auch für den vermeintlich guten Zweck sei nicht jedes Mittel recht. Die Senatsverwaltung für Gesundheit hatte von vorneherein bezweifelt, dass das Restaurant tatsächlich öffnen würde und einen schlechten Scherz vermutet. ( dpa/ddp)
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