Museumsvitrinen in Form von Wurstscheiben, eine begehbare Imbissbude, sprechende Ketchup-Flaschen, dicke, rote Saucentropfen als Deckenschmuck, eine Curry-Kostprobe in der Würzkammer: Im neuen Currywurstmuseum können Besucher Wissenswertes rund um den beliebten Imbiss mit allen Sinnen erfahren.
Das Museum eröffnet am 15. August dort, wo die Currywurst 1959 patentiert wurde: in Berlin. Auf 1100 Quadratmetern zeigen seine Initiatoren, ein Kreis von privaten Investoren um den Unternehmensberater Martin Löwer, in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs Checkpoint Charlie eine multimediale Dauerausstellung. Ein roter Ketchupfaden führt den Besucher durch die Geschichte des Imbisses, von der Herstellung der Wurst bis zu ihrer Rezeption in Film und Fernsehen. Probierportionen aus verschiedenen deutschen Städten gibt es natürlich auch. So kann jeder selber entscheiden, ob die Berliner Currywurst tatsächlich die leckerste ist. "Unser Ziel ist es, sämtliche Dimensionen der Currywurst zu beleuchten", sagt die Kultursoziologin und designierte Direktorin des Museums, Birgit Breloh.
Elf Euro soll der Eintritt kosten, sieben Euro ermäßigt, Kinder bis sechs Jahre kommen kostenlos in das Wurstparadies. Dass sich genügend Menschen für die Currywurst interessieren werden, damit sich der fünf Millionen Euro teure Bau am Ende rentiert, davon sind die Betreiber fest überzeugt. Mit 350:000 Besuchern pro Jahr rechnen sie. Schließlich sei Berlin nicht nur eine currywurstbegeisterte Stadt, die jährlich von acht Millionen Touristen besucht würde - auch die Zahlen aus Restdeutschland stimmen die Investoren zuversichtlich. 800 Millionen Currywürste werden bundesweit pro Jahr gegessen. Und außerdem, so Initiator Martin Löwer: "Wo kann man schon eine tolle Ausstellung sehen und anschließend das Corpus Delicti gleich verzehren?"
Auf den nächsten Seiten lesen Sie eine Typologie der Currywurstesser und -verkäufer von der ältesten Imbissbude in Berlins Osten.
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