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Besondere Bier-Marke: "Das muss ein Knaller sein"

Die beiden Berliner Stephan Alutius und Johannes Schwader stören sich an der bunten Welt der Werbung. Das von ihnen erfundene Bier heißt deshalb schlicht "Bier".

Die beiden Berliner Stephan Alutius (re.) und Johannes Schwader stören sich an der bunten Welt der Werbung. Das von ihnen erfundene Bier heißt deshalb schlicht Bier.
Die beiden Berliner Stephan Alutius (re.) und Johannes Schwader stören sich an der bunten Welt der Werbung. Das von ihnen erfundene Bier heißt deshalb schlicht "Bier".
Foto: bierbier.org

Herr Alutis, ein Bier, das einfach "Bier" heißt - wie kamen Sie denn auf die Idee?

Wir saßen abends in der Küche...

...wahrscheinlich beim Bier...

...natürlich beim Bier, haben über Werbung philosophiert und darüber, wie grauenhaft bunt eigentlich diese Welt ist. Alle möglichen Marken und Produkte schreien immer lauter: Kauf mich! Ich bin super, ich bin toll, ich bin premium, ich bin noch bunter, ich glitzer´ noch mehr, ich versuch´ noch mehr aufzufallen als alle anderen. Das ist ein Teufelskreis, irgendwann kann man nicht mehr lauter schreien. Das hat uns gestört.

Die beste Art, eine Bierflasche zu öffnen

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Und dann?

Kamen wir auf die Idee: Wie schön wäre es eigentlich, wenn wir Produkte hätten, auf denen nur der Produktname selbst steht, quasi die Handelsbezeichnung. Anfangs waren Sachen im Gespräch wie Brot, Milch, Mehl, Butter. Zwei, drei Tage später hat sich Bier herauskristallisiert. Wir haben gesagt: Mensch, Bier ist das Beste, was man machen kann. Und gerade bei der Bierwerbung ist es so krass, dass kaum eine Marke ohne irgendwelche Goldglitzergeschichten auskommt. Die unterscheiden sich nicht in der Qualität, nur durch das Marketing. Das prangern wir an.

Glitzerbier ist nicht Ihr Bier?

Nein. Im Grunde sind wir zwar branchenfremd und verdienen unser Geld mit Internet-Jobs. Bier trinken können wir trotzdem. Das hat uns veranlasst zu sagen: Wieso sollen wir das nicht machen?

Oder kam die Brauerei Landsberg auf Sie zu und hat Sie gebeten, ein bisschen die Werbetrommel zu rühren?

Nee, umgekehrt. Wir haben einen Partner gesucht für Lohnbrauerei und Lohnabfüllung, dann Rezepte verkostet mit Versuchspersonen aus dem Freundeskreis. Es musste etwas sein, das wir auch ruhigen Gewissens Bier nennen können. Wenn man sagt: Das ist das Bier, dann muss es halt auch das Bier sein. Das muss ein Knaller sein - und das war ein Bier der Brauerei Landsberg.

Ihr Bier gibt es bisher nur in Berlin und Umgebung.

25 bis 30 Kneipen haben es inzwischen, wir bekommen gerade Anfragen aus ganz Deutschland. Wir setzen auf Pull-Werbung: Wir wollen den Leuten nicht das Produkt aufdrücken mit fetten Marketingkampagnen. Wir bieten es einfach an und sagen: Habt ihr Lust dazu, ja/nein.

Leben Sie schon davon?

Nee.

Können Sie das später mal?

Das ist schon ein Ziel. Es wäre ganz nett, wenn man irgendwann davon leben könnte, aber es muss nicht sein. Das ist ein Projekt, das Spaß macht und Zeichen setzt.

So wie Ihre Weinschorle namens "Weinschorle" und Shirts mit Aufdruck "Mann" oder "Frau"?

Ja, wir wollen mit den Inhalten komplett ehrlich sein. Auf unserer Website www.bierbier.org steht Website, auf dem Bier steht Bier, und auf den T-Shirts steht Mann oder Frau. Oder Mensch.

Interview: Thomas Stillbauer

Datum:  22 | 4 | 2010
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