Zum Beispiel?
Fahrräder. Häuser. Ach, nennen Sie mir irgendeinen beliebigen Gegenstand - wir stellten ihn her. (lacht) Ich kann mich nicht einmal mehr an all den Krempel erinnern.
Wenn es ums Geschäft ging, bewiesen Sie generell großen Ideenreichtum. In Ermangelung harter Devisen sollen Sie sich von Staaten des Ostblocks in Naturalien wie Wodka, Kartoffeln, Maschinen und Rohöl auszahlen lassen haben.
Wo haben Sie denn das wieder her? Das ist Quatsch. Wir haben auf diesen Märkten eher Geld verloren als verdient. Unsere Popularität in den sozialistischen Staaten hatte einen banalen Grund: Es war für die Funktionäre viel unproblematischer, Bands aus neutralen, also blockfreien Ländern zu veröffentlichen. Die Stones gingen den Apparatschiks zu weit.
In älteren Interviews betonten Sie stets Ihre unpolitische Haltung - heute sind Sie Mitglied des schwedischen Humanistenverbandes, der sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Woher rührt der Wandel?
Privat war ich schon immer interessiert an Politik. Den Ausschlag dazu, öffentlich aktiv zu werden, gab der Terror vom 11. September. Mich warf der Anschlag völlig aus der Bahn; ich hatte Scheißangst, vor beiden Seiten: Moslems und Christen. Wann immer Religion die Sphäre des Politischen betritt, wird es gefährlich. Es hat die Menschheit Jahrhunderte gekostet, diesen Unsinn loszuwerden, und nun kommt das binnen kürzester Zeit alles zurück.
Sind Sie selbst gläubig?
Nein, bin ich nicht. Ich würde mich als Agnostiker bezeichnen. Aber dazu fällt mir eine ulkige Anekdote ein: Als Agneta und ich damals kirchlich heirateten, fragte mich der Priester im Vorfeld, was ich denn beruflich mache. Ich antwortete also auf Schwedisch: "Artist", Künstler. Der Mann starrte mich völlig konsterniert an - weil er "Atheist" verstanden hatte. (lacht und steht auf) Vielen Dank, es war sehr unterhaltsam mit Ihnen. Bitte vergessen Sie nicht zu zahlen.
(Interview: Patrick Grossmann)
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