In Argentinien nennt man ihn ohnehin nur ,,El marido de Maxima" - der Mann von Maxima. Jetzt hat sich der niederländische Kronprinz Willem-Alexander während des Staatsbesuchs, den er mit seiner Gattin Maxima und seiner Mutter Königin Beatrix derzeit in Mexiko absolviert, bis auf die Knochen blamiert. Der 42-jährige Thronfolger, der die Muttersprache seiner in Argentinien geborenen und aufgewachsenen Gattin Maxima lernt und nun auch zu sprechen versucht, hielt in Mexiko eine Rede vor einem Energie-Forum. Die Rede wollte er offenbar dazu nutzen, auch mit seinen Spanisch-Kenntnissen zu glänzen. Wohl nicht nur vor dem hochkarätigen Publikum, sondern auch vor seiner argentinischen Gattin.
Willem-Alexander zitierte ein mexikanisches Sprichwort. Das lautet auf Spanisch: "Camarón que se duerme, se lo lleva la corriente" - frei übersetzt: Eine Garnele, die schläft, wird von der Flut weggespült. Doch der Kronprinz sagte anstatt "al corriente" "a la chingada" und stieß mit diesem Ausdruck tief in die mexikanischen "Feuchtgebiete" vor. Denn "la chingada" gilt in Mexiko als einer der ordinärsten sexuellen Ausdrücke. Er steht unter anderem für das im Deutschen für den Geschlechtsverkehr übliche F-Wort sowie für Hure und die Feuchtgebiete im Allgemeinen.
Während seine Zuhörer zunächst den Atem anhielten und dann in lautes Lachen ausbrachen, stand "Guillermo de Hollanda", wie Willem-Alexander in der spanisch-sprachigen Welt heißt, da wie ein begossener Pudel. Denn alle hatten gehört und verstanden, was er sagte - nur er verstand es nicht. Er hatte keine Ahnung, welches Wort da gerade über seine Lippen gekommen war.
War es Prinzessin Maxima?
Nun versucht der holländische Hof den Lapsus Linguae des Kronprinzen mit weiteren gewundenen Formulierungen zu entschuldigen und zu erklären. Ein argentinischer Übersetzer habe den Fehler gemacht, heißt es. Er habe das Sprichwort eigenmächtig verändert und nicht gewusst, dass ,,la chingada" in Mexiko ein sehr ordinärer Ausdruck ist.
Das aber macht die Sache jetzt nur noch schlimmer. Warum ein argentinischer Übersetzer, fragen sich nun viele Niederländer. Stammt das Zitat des spanisch-sprachigen Sprichwortes von der schlafenden Garnele möglicherweise von Prinzessin Maxima? Hat sie ihm ein sprachliches Kuckucksei in seinen Redetext gelegt, um ihrem Gatten eins auszuwischen? Ist die Konnotation von "La chingada" in Argentinien wirklich so anders als in Mexiko?
Jedenfalls wird der Versprecher des Kronprinzen inzwischen auf allen TV-Kanälen in Mexiko, Argentinien, in den Niederlanden und im Internet gesendet. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis er zum Hit bei Youtube avanciert.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.