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Brad Pitt: Immer Arbeit mit Angie

10 Fragen an den US-Schauspieler: Warum Brad Pitt zumindest beruflich gerne mal den Deppen mimt.

Echter Schweiß und falsche Strähnchen: Brad Pitt als Proll aus der Muckibude.
Echter Schweiß und falsche Strähnchen: Brad Pitt als Proll aus der Muckibude.
Foto: dpa

Mr. Pitt, die Regisseure Joel und Ethan Coen haben Sie für die Rolle eines Volltrottels ausgesucht. Waren Sie überrascht?

Und wie. Ich verstehe das nicht. Nein, im Ernst: Ich habe schon seit Jahren immer wieder bei den Coen-Brüdern angeklopft, deshalb war ich wirklich glücklich, als sie anriefen. Dann las ich das Drehbuch und war ein bisschen sauer auf sie. (lacht)

Weil Sie einen Hohlkopf spielen sollten, der ständig Kaugummi kaut, "Scheiße" ruft und an seinem iPod rumfummelt?

Ja, eben. Ich wusste zunächst gar nicht, ob ich geschmeichelt oder beleidigt sein sollte.

Sie haben schließlich zugesagt. Warum?

Das war alles ich selbst. Ich selbst in früheren Tagen. Ich weiß es wirklich nicht. Sogar für mich ist es ein Mysterium, und ich bin deswegen ein wenig verstört.

Man hört oft von Schauspielern, wie attraktiv es ist, ein Alter darzustellen, das nicht dem eigenen entspricht. Was genau macht es so spaßig, jemanden zu spielen, dessen IQ, sagen wir mal, nur die Hälfte des eigenen beträgt?

Die Führerrolle ist die des Typen, der die Antworten hat, Dinge herausbekommt und eine Bombe in Sekunden entschärfen kann. Der alles aus Erfahrung kennt. Das ist manchmal gut fürs Selbstbewusstsein. Es macht aber viel mehr Spaß, die Typen zu spielen, die falsche Entscheidungen treffen, wenig Erfahrung haben und falsche Vermutungen anstellen. Und die dann damit leben müssen. Das hat den ganzen Spaß ausgemacht.

Sie sind ziemlich überdreht und sehr komisch als Depp. Bleibt der komische Brad Pitt eine Ausnahme oder kriegen wir den jetzt öfter zu sehen? Ich bin nicht sicher, ob ich mich da richtig ausdrücken kann. Ich taste mich mal heran. Ich schätze, ich habe zuletzt stark in amerikanische Charaktere investiert. Ich finde das Amerika des letzten Jahrhunderts sehr, sehr interessant. Das war mein Schwerpunkt. Was Komödien angeht, habe ich den Eindruck, ich hätte jahrelang welche gemacht. Vielleicht waren sie einfach nicht witzig.

Viele Ihrer Kollegen sagen, es sei besonders schwierig, das Publikum zum Lachen zu bringen. Sind Sie, bisher klassischer Anwärter auf Heldenrollen, von Natur aus komisch oder mussten Sie üben? Du näherst dich jeder Rolle auf die selbe Art und Weise an. Du beginnst einfach, ihre Arithmetik zu verstehen. Es ist ihre Sicht auf die Welt. Steck einen Charakter in eine bestimmte Situation und überleg dir, wie er darauf reagiert. Da unterscheiden sich die Rollen nicht. Man weiß bloß nicht, ob es funktioniert.

Ihr nächster Film zählt wieder zum dramatischen Genre. Sie sind als alter Mann zu sehen, dessen Leben umgekehrt verläuft, der also immer jünger wird. Der nächste Film, der jetzt rauskommt, mit David Fincher und Tilda Swinton, "The Curious Case of Benjamin Button", ist schwer zu beschreiben. Er ist ein bisschen wie ein Liebesbrief an New Orleans, ein Liebesbrief an die Familie und an die Menschen, die Dellen in deinem Leben hinterlassen.

Viele Schauspieler sagen, die Zusammenarbeit mit den Coens sei eine der besten Erfahrungen ihrer Karriere gewesen. Aber es fällt ihnen schwer, zu beschreiben, worin diese Einzigartigkeit besteht. Können Sie die Vorzüge der Coen-Brüder auf den Punkt bringen?

Kurze Arbeitstage.

Dann ist es also offiziell, dass Sie noch zwei oder drei Filme mit den Coen-Brüdern drehen werden? Ich sag es mal so: Genau wie George Clooney und ich, bewundern auch wir uns gegenseitig.

Wann sehen wir Sie wieder einmal mit Ihrer Frau Angelina Jolie auf der Leinwand? Ich versuche gerade, Tilda Swinton von George Clooney wegzulocken (lacht). Nein, Angie und ich arbeiten jeden Tag zusammen, das kann ich Ihnen garantieren.

Interview: Carl Bradley

Übersetzung: Patrick Beuth

Datum:  29 | 9 | 2008
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