Rio de Janeiro. Bei einer Modenschau in Rio de Janeiro haben Prostituierte ihre selbst entworfene Sommerkollektion 2010 präsentiert. Die allesamt molligen Sexarbeiterinnen zeigten bei dem Défilée auf dem Tiradentes-Platz am Mittwochabend unter dem Titel "Vom Maniokmehl zum Kaviar" knallfarbene Miniröcke und T-Shirts mit anspielungsreichen Aufschriften wie "Puta-libre" ("Freie Nutte").
Gabriela Leite, die Gründerin der Modemarke Daspu, freute sich über die "schönen und stolzen" Models, "die sich nicht schämen, eine Nutte zu sein". Die 57-Jährige kämpft seit Jahren für eine Legalisierung der Prostitution in Brasilien.
Das Label Daspu spiele bewusst mit Vorurteilen, erklärte Leita, die früher selbst als Prosituierte arbeitete. Heute leitet sie die Organisation DAVIDA, die sich um etwa 4500 Prostituierte im Bundesstaat Rio kümmert.
Die Modelinie wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen, die Verkaufserlöse fließen unter anderem in vorbeugende Maßnahmen gegen Aids und andere ansteckende Geschlechtskrankheiten. (afp)
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