In Brasilien hat ein Unternehmer und früherer Bankdirektor laut Polizei Killer auf seinen eigenen Sohn angesetzt - wohl wegen dessen Millionen-Lottogewinns.
Als der 40-jährige Fábio Barros vor vier Jahren den brasilianischen Jackpot knackte und um 28,2 Millionen Reais - damals zehn Millionen Euro - reicher wurde, waren er und sein Vater noch ein Herz und eine Seele.
Francisco Serafim de Barros, 60, der früher die Amazonas-Bank geführt hat und bis zu seiner Verhaftung am Wochenende eine leitende Stelle beim Unternehmerverband von Mato Grosso bekleidete, verwaltete den jähen Reichtum seines Sohnes.
Ein Jahr nach dem Gewinn, so der Anwalt des Sohnes jetzt, kam es zum Krach: Fábio wollte allein über sein Vermögen verfügen, "der Vater hat das nicht akzeptiert". Die beiden verkehrten nur noch per Schriftsatz, wobei der Sohn die juristischen Auseinandersetzungen allesamt gewann.
Dann das: Vor drei Monaten gingen der Autobahnpolizei bei einer Routinekontrolle zwei Männer ins Netz, die nicht registrierte Pistolen, Fotografien von Fábio Barros sowie Informationen über dessen Wohnort hatten. Die beiden Männer wurden freigelassen, aber beschattet - und lieferten genügend Hinweise auf ihr Komplott mit Fábios Vater.
Hätte die Polizei nicht zugegriffen, wäre Fábio womöglich zum dritten ermordeten Lottogewinner seit 2007 geworden.
Der Fall, der die brasilianische Öffentlichkeit am meisten beschäftigte und empörte, trug sich im Januar 2007 zu, als der vor einer Kneipe biertrinkende Renné Senna von maskierten, auf einem Motorrad vorfahrenden Killern mit vier Schüssen getötet wurde.
Der 52-jährige frühere Landarbeiter Senna hatte infolge von Diabetes beide Beine amputiert bekommen, saß im Rollstuhl und schlug sich halb als Bettler, halb als Blumenverkäufer durchs Leben. Bis 2005 - da gewann er knapp 52 Millionen Reais, damals fast 18 Millionen Euro.
Er zog in ein Millionärsviertel in Rio de Janeiro und baute sich auf seiner Farm ein Landhaus. Er war zwar so klug, Leibwächter anzustellen - aber dann heiratete er eine 25-jährige Friseurin, um die er als Mittelloser jahrelang erfolglos geworben hatte. Sie war es dann, die seine Mörder bestellte.
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