Mit einer erfundenen Flutkatastrophe soll sich ein brasilianischer Bürgermeister umgerechnet 900.000 Euro an Hilfsgeldern erschlichen haben. Bürgermeister Ademar Pinto Rosa hatte im Juni für seinen Ort Guaratinga im nordöstlichen Bundesstaat Bahia den Notstand ausgerufen, weil seine Kommune angeblich nach heftigen Regenfällen von Überschwemmungen heimgesucht worden war. Die Behörden in Bahia teilten am Donnerstag mit, dass das Hochwasser nie existiert habe. Gegen den Bürgermeister seien Ermittlungen eingeleitet worden, ihm drohe die Amtsenthebung.
„Das war ein Betrug“, sagte Staatsanwalt Bruno Gontijo Teixeira der Nachrichten-Website „Globo“. Der Bürgermeister hatte demnach starke Regenfälle am 15., 16. und 17. Juni gemeldet. Durch Überschwemmungen und Schlammlawinen seien in Guaratinga zehn Häuser und zwei Brücken zerstört worden.
Die brasilianische Regierung stellte zwei Millionen Real (900.000 Euro) Soforthilfe bereit. Ein Abgleich der Angaben des Bürgermeisters mit den Daten des nationalen Wetterdienstes ergab dann aber, dass es in dem Zeitraum in Guaratinga gar nicht geregnet hatte. (afp)
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