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23. November 2012

Bundespresseball: Es ging nicht ohne das böse K-Wort

 Von Andreas Kurtz
Zum ersten Mal auf dem Parkett des Bundespresseballs: Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt. Foto: dpa

Joachim Gauck war zum ersten Mal als Bundespräsident auf dem Bundespresseball und bewegte sich sicher auf dem gesellschaftlichen Parkett. Auch in Zeiten der Krise und wirtschaftlichen Turbulenzen versprühten viele Gäste (Zweck-) Optimismus.

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Joachim Gauck war zum ersten Mal als Bundespräsident auf dem Bundespresseball und bewegte sich sicher auf dem gesellschaftlichen Parkett. Auch in Zeiten der Krise und wirtschaftlichen Turbulenzen versprühten viele Gäste (Zweck-) Optimismus.

Berlin –  

Wer gekommen war, um zu vergessen, hatte keine Chance. Schon in der Begrüßungsrede von Bundespresseball-Cheforganisator Alfred Gertler kam das böse K-Wort vor: „Wir freuen uns, dass Sie trotz der unterschiedlichen Krisen gekommen sind.“ Die Turbulenzen der vergangenen Tage rund um Euro und Zeitungsbranche waren beim diesjährigen Bundespresseball am Freitagabend die wichtigsten Themen. Besonders die aktuellen Zuspitzungen in der Zeitungsbranche wurden heiß diskutiert. Bundespräsident Joachim Gauck ist sich sicher: „Wir werden immer Zeitungen haben, die Frage ist allerdings, wie viele.“

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ordnet die starken Veränderungen in den Medien so ein: „So etwas gibt es ja in vielen Branchen.“ Er kam bester Laune zum Ball: „Der Bundespresseball ist einer der schönsten, weil man hier viele Leute trifft, mit denen man das Jahr über bei der Arbeit zu tun hat. Manchmal muss man zweimal hinschauen, weil man jemanden im Smoking nicht gleich erkennt.“ So mancher konnte allerdings mit Fragen nach der Zeitungskrise, die schon am schwarzen Teppich gleich am Eingang von mehreren Journalisten gestellt wurden, nicht viel anfangen.

Wie Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière: „Es gibt viele Krisen. Mich beschäftigen die Krisen in der Welt.“ Auch sein Kabinettskollege mit der Zuständigkeit für Schlaglöcher und Zugverspätungen denkt beim Stichwort Krise zunächst an ein Thema aus seinem Arbeitsbereich. Verkehrsminister Peter Ramsauer treiben dieser Tage eher die Lieferschwierigkeiten für neue ICE-Züge um.

Gauck, der Debütant

Grünen-Vorsitzende Claudia Roth war die einzige Spitzenkraft ihrer Partei auf dem Bundespresseball. Sie kam nach ihrem guten Wahlergebnis bei ihrer Wiederwahl zur Vorsitzenden regelrecht beschwingt ins Interconti: „Ja, ich habe was zu feiern!“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte wieder mal abgesagt. Neben den Bundesministern Ramsauer, Friedrich und de Maizière kamen aus dem Kabinett Daniel Bahr (Gesundheit), Dirk Niebel (Entwicklung) und Vizekanzler Philipp Rösler (Wirtschaft).

Weil neben den FDP-Herren Rösler, Bahr und Niebel (50 Prozent der Minister im Saal!) auch Fraktionsvorsitzender Rainer Brüderle und sein Stellvertreter Martin Lindner sowie die beiden Parlamentarischen Geschäftsführer Otto Fricke und Claudia Winterstein sowie Staatsministerin Cornelia Pieper gekommen waren, lag der Verdacht nahe, dass die Freidemokraten ihren unter Umständen letzten Bundespresseball – wenn sie nächstes Jahr an der Fünfprozenthürde scheitern, gibt es keine Einladungen mehr! – noch mal mitnehmen wollten. Rainer Brüderle weist diese Unterstellung zurück: „Umgekehrt! Wir zeigen, dass wir bester Stimmung sind. Qualität lässt sich nur verzögern, aber nicht verhindern. Die FDP wird wieder stark.“

Chefs von Landesregierungen, die den Ball beehrten, waren Volker Bouffier (Hessen), Christine Lieberknecht (Thüringen), Olaf Scholz (Hamburg) und Stanislaw Tillich (Sachsen). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der in den vergangenen Jahren nicht immer mit seiner Platzierung zufrieden war und ziemlich nachtragend sein kann, fehlte mal wieder.

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt debütierten beim Bundespresseball. Ob dem Eröffnungswalzer „Wiener Blut“, den Joachim Gauck mit Sonya Mayntz und Daniela Schadt mit Gregor Mayntz, dem Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, absolvierten, noch viele weitere Tänze folgen würden, war zunächst nicht klar. Der Bundespräsident: „Das hängt von meinen Knien ab.“

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