Bensheim. Zum 11. Mal hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) "Jugend-forscht"-Teilnehmer für die Erfindung wirksamer und preisgünstig herstellbarer Hilfsmittel für behinderte Menschen ausgezeichnet.
Für ihr Orientierungssystem, mit dem blinde Menschen beispielsweise beim Schwimmen ihren Ausgangspunkt am Ufer wieder finden können, wurden Vincent Lieber und Felix Bär aus Brandenburg mit dem ersten Platz belohnt.
Das Preisgeld von 300 Euro bekamen die beiden zwölfjährigen Schüler für ihre zweiteilige Erfindung: Mit einer umgerüsteten Hunde-Pfeife senden blinde Schwimmer ein Signal und hören von einem bei ihren Kleidern am Strand deponierten kleinen Empfänger einen Ton, wodurch sie ihre Sachen orten können.
Der zweite Preis mit 250 Euro ging an Stephan Pfeiffer (18) und Gabriel Haas (17) aus Baden-Württemberg. Die beiden Schüler der Robert-Bosch-Schule in Ulm entwickelten ein Therapie-Laufband, das querschnittsgelähmten Menschen, wie Stephan Pfeiffer selbst, ein eigenständiges Training ermöglicht.
Carolina Krug, Julia Kipfstuhl und Jasmin Beierle, Schülerinnen der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt, haben den "Rollator" mit pfiffigen Zusätzen, darunter einem akustischen Abstandswarner, ergänzt und dadurch seine Sicherheit verbessert. Ihre Idee prämierte die CBM mit dem dritten Platz und 200 Euro.
In der Kategorie "Schüler experimentieren" der Stiftung "Jugend forscht" erhielt Tobias Hage aus Hösbach den CBM-Sonderpreis von 300 Euro. Er entwickelte ein System zum Sprach-Training für gehörlose Menschen, bei der aufgezeichnete Worte in Wellenbilder umgewandelt werden. Der Gehörlose nimmt seine eigene Stimme beispielsweise mit dem Wort "Auto" auf und vergleicht das so entstandene Bild mit dem vorgegebenen gut ausgesprochenen Original. Mit der Erfindung des jungen Bayern können Gehörlose selbstständig ihre Aussprache verbessern.
CBM-Direktor Reinhold Behr würdigte das Engagement, die gründlichen Recherchen und die Kreativität der Preisträger, deren Erfindungen das Leben der Menschen mit Behinderungen erleichtern werden. Nach seinen Angaben half die gemeinnützige Hilfsorganisation im südhessischen Bensheim im 100. Jahr seit ihrer Gründung mit rund 53 Millionen Euro Einnahmen aus Spenden und Vermächtnissen weltweit 17 Millionen schwer behinderten Menschen.
Mehr als 660.000 Operationen des Grauen Stars gaben den durch diese Krankheit erblindeten Menschen die Sehkraft zurück. Als weitere medizinische Leistungen im Jahr 2008 nannte Behr die Versorgung von 465.000 Ohrenpatienten und 393.000 Menschen mit körperlichen Behinderungen.
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