Berlin. Der des Datendiebstahls bei der Online-Plattform SchülerVZ Verdächtige hat sich in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Der 20-Jährige wurde am Samstagmorgen tot in seiner Zelle in der Berliner Jugendstrafanstalt Plötzensee aufgefunden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen erfuhr.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte lediglich, es sei "ein 20-jähriger Insasse tot aufgefunden worden". "Die Umstände sprechen für einen Suizid." Der junge Mann sei wegen des Verdachts auf Erpressung in Untersuchungshaft gewesen.
Beim sozialen Netzwerk SchülerVZ waren persönliche Daten von womöglich bis zu einer Million junger Menschen illegal kopiert und weitergeben worden. Verdächtigt wurde der 20-Jährige aus Erlangen, der in den Berliner Büroräumen des Unternehmens VZ-Netzwerke festgenommen worden war. Der junge Mann hatte nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zugegeben, mit den Daten insgesamt 80.000 Euro erpressen zu wollen. Demnach hatte er gedroht, die Daten ansonsten nach Osteuropa zu bringen.
Erst am Mittwoch waren erneut Daten aus SchülerVZ aufgetaucht. Ein unbekannter Hacker hatte sie dem Blog Netzpolitik.org zugespielt, dessen Betreiber die etwa 100.000 Datensätze an den Verbraucherzentrale Bundesverband weiterreichte.
Unterdessen wurde bekannt, dass die Datenpanne weit größer als angenommen war. Aus den Profilen der Nutzer konnten nicht nur öffentliche, sondern auch private Daten "massenweise" gelesen werden, berichtete Netzpolitik.org. Die Betreiber von SchülerVZ hatten das bislang bestritten. Der fragliche Datenbestand mit Geburtstag und Geschlechtsangabe sei älter, die Sicherheitslücke sei bereits Ende Juli geschlossen worden.
Bei sozialen Netzwerken können Nutzer ein eigenes Profil anlegen und sich mit Freunden und Bekannten vernetzen. Auch können sie auf den Internetportalen etwa Fotos und Videos veröffentlichen. Die VZ-Netzwerke haben nach Firmenangaben über 15 Millionen Mitglieder. (afp/dpa)
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