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23. August 2010

Deutscher nach Frankreich verschleppt: Fall Kalinka bekommt neue Wendung

Dieter K. wurde nach Frankreich verschleppt.  Foto: dpa

André Bamberski hat den deutschen Arzt Dieter K. nach Frankreich verschleppen lassen, um ihn wegen der Vergewaltigung und Ermordung seiner Tochter vor Gericht zu stellen. Nun heißt es, der Arzt habe noch mehr Mädchen missbraucht.

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Paris –  

Gegen den im Oktober nach Frankreich verschleppten deutschen Arzt Dieter K. sind neue Vorwürfe erhoben worden. Der Mediziner habe in den 90er Jahren drei weitere Mädchen betäubt und sexuell missbraucht, sagte der Vater der 1982 gestorbenen Kalinka, André Bamberski, der Nachrichtenagentur AFP. Dies hätten die erneuten Ermittlungen zu Kalinkas Tod ergeben. K. habe sich an den Töchtern seiner damaligen Lebensgefährtinnen vergangen. Die Tageszeitung „Le Parisien“ hatte unter Berufung auf Ermittler berichtet, dass die drei jungen Frauen gegen K. ausgesagt hätten. Der frühere Kardiologe aus Bayern steht im Verdacht, seine Stieftochter Kalinka vergewaltigt und durch eine Spritze getötet zu haben.

Während die deutsche Justiz das Verfahren gegen den Mediziner 1987 mangels Beweisen einstellte, verurteilte ein französisches Gericht ihn 1995 in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis. Deutschland lieferte den Arzt aber nie aus. Kalinkas leiblicher Vater griff deshalb im vergangenen Herbst zur Selbstjustiz: Bamberski ließ den 75-Jährigen in einer Nacht-und-Nebelaktion am Bodensee entführen und vor einem französischen Gericht ablegen. K. bestreitet, am Tod der damals 14-jährigen Kalinka schuld zu sein.

Der Mediziner verlor 1997 seine Zulassung als Arzt in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs in einem anderen Fall. Das Landgericht Kempten befand ihn seinerzeit für schuldig, eine 16-jährige Patientin unter Narkose vergewaltigt zu haben. K. bekam dafür zwei Jahre auf Bewährung und übte seinen Beruf illegal weiter aus. Im Fall Kalinka droht ihm nun ein neues Verfahren. (afp)

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