Frankfurt/Main. Der klirrende Frost über ganz Deutschland macht den diesjährigen Winter zu einem der kältesten seit Menschengedenken. "Bezüglich der Temperaturen gehört dieser Winter zu den fünf bis zehn kältesten der vergangenen 100 Jahre", sagte Thomas Schmidt vom Deutschen Wetterdienst am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Außergewöhnlich ist nach seinen Worten vor allem, dass es nicht etwa nur in einzelnen Regionen, sondern verbreitet so kalt ist.
In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen nach der Vorhersage des DWD ganz langsam ansteigen. Von Erwärmung könne man aber nicht sprechen, meinte Schmidt: "Es wird jeden Tag ein bisschen weniger kalt", sagte er.
Bereits in der Nacht zum Donnerstag war es nicht mehr ganz so sibirisch wie in der Nacht zuvor, als von Nordrhein-Westfalen über Hessen, Südniedersachsen, Thüringen und das südliche Sachsen-Anhalt hinweg bis nach Sachsen, Südbrandenburg und Berlin verbreitet Werte von unter minus 20 Grad, bis vereinzelt um minus 30 Grad gemessen worden waren.
Dennoch gab es in der vergangenen Nacht von der Ostsee bis zu den Alpen und zum Bodensee verbreitet strengen Frost und Tiefsttemperaturen zwischen minus zehn und minus 18 Grad, knapp über dem Boden wurden vielerorts die minus 20 Grad unterschritten, wobei in Bayern und Brandenburg örtlich minus 23 Grad registriert wurden, wie Schmidt erklärte.
Eine dünne Eisschicht hat sich in den vergangenen Tagen auch im Weihwasserbecken des Kölner Doms gebildet. Nur einige Grad wärmer als draußen sei es im Hohen Dom, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Dombauverwaltung. Viele Messen fänden deshalb nun in der Sakramentskapelle statt, die als einziger Raum beheizt werden könne. Während die rotgekleideten Domschweizer den Aggregatzustand des Wassers kontrollieren und es gegebenenfalls aufhacken, bringt der Küster das Wasser für Tauffeiern ohnehin auf eine lauwarme Temperatur - nicht nur im Winter.
Die Nachttemperaturen sollen auch in den nächsten Tagen überall im deutlichen Frostbereich bleiben. Tagsüber seien mittelfristig nicht nur unmittelbar an der Küste, sondern womöglich auch im Rhein-Main-Gebiet und im Ruhrgebiet positive Temperaturen möglich.
Aber am Donnerstagvormittag herrschte aber noch überall in Deutschland Dauerfrost verbreitet mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Verantwortlich für die große Kälte ist nach wie das äußerst stabile Hoch "Angelika". Lediglich der äußerste Norden wird zeitweise von Tiefausläufern gestreift. (ap, dpa)
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