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12. Oktober 2014

Ebola: US-Pflegekraft steckt sich trotz Schutzkleidung an

In den USA ist jetzt ein Pfleger an Ebola erkrankt.  Foto: REUTERS

Wieder war alle Vorsicht vergebens: Eine Pflegekraft hat sich in den USA - wie zuvor in Spanien - bei einem Ebola-Patienten angesteckt. Wie es dazu kommen konnte, war zunächst unklar. Weltweit verstärken immer mehr Länder die Schutzmaßnahmen an Flughäfen.

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Dallas/London/Madrid –  

Trotz Schutzkleidung und strenger Sicherheitsvorkehrungen hat sich erstmals auch in den USA eine Pflegekraft bei einem Ebola-Patienten angesteckt. Sie habe den kürzlich verstorbenen Patienten aus Liberia versorgt, teilte die Gesundheitsbehörde von Texas am Sonntag mit. «Die Person war voll den Maßgaben der (Gesundheitsbehörde) CDC gefolgt: Anzug, Handschuhe, Maske, Brille», sagte der Behördenvertreter Daniel Varga.

Dem Fernsehsender CNN zufolge soll die Infizierte eine Krankenschwester sein. Ihr Gesundheitszustand war dem Krankenhaus zufolge zunächst stabil. Ebenso wie bei einem Fall in Spanien hatte sie sich demnach infiziert, obwohl sie bei der Versorgung des Ebola-Kranken Schutzanzug, Handschuhe und Gesichtsschutz trug. Wie das passieren konnte, war zunächst unklar. Die Pflegehelferin in Spanien soll sich beim Ausziehen des Schutzanzugs mit einem Handschuh ins Gesicht gefasst haben.

Die Pflegekraft in den USA hatte am Freitag leichtes Fieber gemeldet und war sofort isoliert worden. Ein erster Test habe Ebola ergeben, das Ergebnis einer Kontrolluntersuchung stehe noch aus. Jetzt würden die Menschen, die mit ihr Kontakt hatten, untersucht, hieß es.

Spezielle Kontrollen für Einreisende

«Wir haben unser Team in Dallas vergrößert und arbeiten mit äußerstem Hochdruck daran, eine weitere Ausbreitung zu verhindern», sagte David Lakey von der Gesundheitsbehörde des Staates Texas. Der Mann aus Liberia, bei dem sich die Pflegekraft ansteckte, war am Mittwoch gestorben. Der 42-Jährige war am 20. September in die USA geflogen und hatte vier Tage später erste Symptome entwickelt.

Auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen werden Reisende aus Ländern, wo die Ebola grassiert, inzwischen bei der Ankunft auf mögliche Symptome untersucht. Die vier anderen großen US-Flughäfen sollen folgen. Der Schutz der US-Bürger habe höchste Priorität, sagte Martin Cetron von der Seuchenbehörde CDC. Aber: «Egal wie viele dieser Schritte wir durchführen, das Risiko kann nicht auf Null gesenkt werden». Die CDC rechnen mit täglich rund 150 Reisenden aus Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Auch Israel hat spezielle Kontrollen für Reisende aus diesen drei Ländern eingeführt, die von Ebola am schlimmsten betroffen sind. Einreisende aus Liberia, Guinea und Sierra-Leone sollten besonders ausführlich befragt werden, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Dies gelte für den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv sowie für alle Grenzübergänge und Seehäfen. Ähnliche Prüfungen in Deutschland sind vorerst nicht geplant.

In Großbritannien wurde am Wochenende landesweit ein Ebola-Ausbruch simuliert. Schauspieler spielten Ebola-Erkrankte, die in Kliniken gebracht wurden, selbst der Transport von Blutproben in ein Speziallabor wurde geprobt. «Großbritannien hat robuste Pläne parat», bilanzierte Gesundheitsminister Jeremy Hunt, der während der Übung eine gespielte Sitzung des Krisenkabinetts leitete. Das Land müsse sich auf «eine Handvoll» Ebola-Fälle in den kommenden Monaten einstellen, sagte die oberste Amtsärztin Sally Davies.

In Deutschland besteht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kein Grund zur Sorge. Es gebe «hervorragend ausgestattete Behandlungszentren», die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post» (Samstag). Die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten würden regelmäßig geübt.

Der Zustand der Pflegehelferin in Madrid war am Wochenende weiter ernst, hatte sich aber stabilisiert. Dies gab die Ebola-Sonderkommission der spanischen Regierung bekannt. Die Patientin sei bei Bewusstsein und habe sich mit ihren Ärzten unterhalten können. Die Frau hatte sich bei der Behandlung eines aus Westafrika eingeflogenen Ebola-Kranken infiziert. Es war die erste Ebola-Übertragung von Mensch zu Mensch in Europa.

Bei einer anderen Pflegerin in der Madrider Carlos-III-Klinik bestätigte sich der Ebola-Verdacht nicht. Sie konnte aus der Isolierstation des Krankenhauses entlassen werden. Dort standen am Sonntag noch 15 Menschen unter Beobachtung, die mit der erkrankten Pflegehelferin Kontakt hatten. Keiner von ihnen wies nach Angaben der Behörden bisher Symptome auf.

Ebola-Patienten in Deutschland

Auch in Deutschland werden derzeit zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig. Das Leipziger Klinikum St. Georg hielt sich über den aktuellen Zustand des UN-Mitarbeiters bedeckt. Nach Rücksprache mit dem aus Liberia eingeflogenen 56-Jährigen würden zunächst keine weiteren Angaben gemacht, hieß es. Auch die Behörden in Frankfurt gaben keine Informationen zum Gesundheitszustand des Patienten dort.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen weit über 8000 Ebola-Fälle in den drei am stärksten von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert. Mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigten sich sehr beunruhigt über die Epidemie. «Wir sind zutiefst besorgt über die menschlichen und sozioökonomischen Auswirkungen von Ebola», erklärte der IWF-Lenkungsausschuss (IMFC) in Washington. «Wir alle haben die katastrophalen Folgen von Ebola unterschätzt. Jetzt beginnt die Aufholjagd», sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der «Bild am Sonntag». Europa könne und müsse noch mehr tun.

Auch russische Wissenschaftler forschen nach Regierungsangaben an möglichen Impfstoffen gegen das Virus. Die drei Präparate sollten im Laufe der nächsten sechs Monate getestet werden, sagte Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa im russischen Staatsfernsehen. Um eine Ausbreitung der Krankheit in Russland zu verhindern, nähmen die Behörden jeden Monat Ebola-Kontrollen von rund 7500 Flügen vor. (dpa)

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