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12. September 2014

Ebola: WHO fordert Hilfe im Kampf gegen Ebola

Hilfskräfte in Liberia bringen ein Ebola-Opfer zur Bestattung.  Foto: dpa

Die Ebola-Epidemie gerät immer mehr außer Kontrolle. Mittlerweile haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) knapp 4800 Menschen angesteckt. Mehr als 2400 starben. Die WHO appelliert an die internationale Gemeinschaft für mehr Hilfe.

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Die Ebola-Epidemie in Westafrika droht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) außer Kontrolle zu geraten. Die Zahl neuer Patienten steige viel schneller als die Kapazitäten zur Bewältigung der Fälle, warnte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Freitag in einer Telefonkonferenz aus Genf. "Wir müssen mindestens um das Drei- oder Vierfache aufstocken, um die Ausbrüche einzuholen." Chan rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf.

"Wenn wir in den Krieg gegen Ebola ziehen wollen, brauchen wir die Ressourcen zur Bekämpfung." 500 bis 600 ausländische Ärzte und mindestens 1000 weitere Gesundheitsfachkräfte seien nötig. "Der Ebola-Ausbruch, der in Teilen Westafrikas wütet, ist der größte, komplexeste und schwerste in der fast 40-jährigen Geschichte der Krankheit."

Leichensäcke gehen zur Neige

4784 Ebola-Fälle sind mittlerweile seit März offiziell registriert, mehr als die Hälfte der Erkrankten ist gestorben. In Wirklichkeit seien es aber mit Sicherheit weitaus mehr, sagte Chan. "Was für Fall- und Totenzahlen wir auch immer mitteilen, sie sind zu niedrig."

Besonders schlimm sei die Lage in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Dort mangele es mittlerweile an "fast allem": Schutzkleidung, medizinische Grundausstattung und Leichensäcke gingen zu Neige. "Heute steht in ganz Liberia kein einziges Bett zur Behandlung eines Ebola-Patienten zur Verfügung."

Am dringendsten benötigt würden Fachkräfte, sagte Chan. "Spezialisten, die entsprechend ausgebildet sind und wissen, wie sie sich selbst schützen können." Die Ansteckungs- und Sterberaten unter dem Gesundheitspersonal sind besonders hoch. Auch Ausländer sind betroffen, darunter mehrere Amerikaner. Die niederländischen Behörden treffen Vorbereitungen, zwei holländische Ärzte vorsorglich auszufliegen, da sie in Sierra Leone ohne ausreichende Schutzkleidung mit einem Patienten in Kontakt kamen, bei dem später Ebola diagnostiziert wurde. Kuba kündigte an, 165 Medizin-Fachkräfte zu entsenden, das bislang größte ausländische Kontingent.

In den betroffenen Ländern, vor allem in Liberia, gehen die Behörden längst davon aus, dass die Lage außer Kontrolle sei. Liberias Verteidigungsminister Brownie Samukai warnte bereits vor einigen Tagen, die Existenz des Landes stehe auf dem Spiel. Die Krankheit breite sich wie ein Waldbrand aus, der alles in seinen Weg vernichte, sagte der Minister im UN-Sicherheitsrat. Die Seuche habe bereits dazu geführt, dass der Staat seine normalen Aufgaben nicht mehr erfüllen könne.

Das tödliche Virus ist hochansteckend. Es kann durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenes oder sonstige Ausscheidungen übertragen werden. Eine gezielte Therapie oder Impfung gibt es nicht. Die gegenwärtige Epidemie breitet sich rasant aus. Auch aus Nigeria und dem Senegal wurden Fälle gemeldet. (rtr)

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