Sie müsste die Kälte doch gewohnt sein: Lyudmila Prokasheva war 1998 Olympia-Dritte im Eisschnelllauf. Die Trainingseinheiten ihrer Sportschüler in Pavlodar, Kasachstan, ließ die heutige Direktorin trotzdem ausfallen.
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Sie müsste die Kälte doch gewohnt sein: Lyudmila Prokasheva war 1998 Olympia-Dritte im Eisschnelllauf. Die Trainingseinheiten ihrer Sportschüler in Pavlodar, Kasachstan, ließ die heutige Direktorin trotzdem ausfallen.
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Die sibirische Kälte hat Europa im Griff: Bis zu Minus 45 Grad messen die Wetterstationen. Über 70 Todesopfer haben die eisigen Temperaturen schon gefordert. Und es wird noch kälter.
Die jüngste Kältewelle hat große Teile von Osteuropa fest im Griff. Schneidende Winde und eisige Temperaturen haben die Ukraine, Bulgarien, Serbien, Rumänien, Polen und auch Deutschland schockgefrostet. In einigen Regionen Osteuropas zeigte das Thermometer Temperaturen von bis zu minus 32,5 Grad an, in Jakutsk sogar auf minus 45 Grad.
Auch Länder wie die Türkei oder Griechenland sind betroffen. Schneeflocken fielen am Mittwochmorgen auf den Akropolis-Hügel, blieb aber nicht liegen. Freiwillige Helfer versorgten dort und in anderen Städten Obdachlose mit warmen Getränken, Decken und Schlafsäcken, wie das Fernsehen berichtete. In Nordgriechenland herrschten in der Nacht zum Mittwoch sogar Temperaturen von bis zu minus 15 Grad - und das, wo hier wegen der Finanzkrise rund 20.000 Menschen obdachlos sind - sie sind jetzt in provisorischen Hallen untergebracht. Zahlreiche Schulen in Nord- und Mittelgriechenland blieben unterdessen den zweiten Tag in Folge geschlossen. Viele Fährverbindungen fielen wegen stürmischer Winde in der Ägäis aus. Schnee fiel auch auf den Bergen und im hügeligen Hinterland von Kreta, berichtete der lokale Rundfunk ERA-Iraklion.
Eiseskälte hat Europa im Griff
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Eiseskälte hat Europa im Griff
Im bulgarischen Sofia mussten die Schulen wegen der Kälte schließen. Der Blick aus den Fenstern Straßenbahn fällt auch recht eisig aus.
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Die Palmen am Lungolago-See in der Schweiz sind schneebedeckt.
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Bis zu Minus 27 Grad in Rumänien machen auch den Vierbeinern zu schaffen.
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Sie müsste die Kälte doch gewohnt sein: Lyudmila Prokasheva war 1998 Olympia-Dritte im Eisschnelllauf. Die Trainingseinheiten ihrer Sportschüler in Pavlodar, Kasachstan, ließ die heutige Direktorin trotzdem ausfallen.
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In Kasachstan fielen die Temperaturen auf bis zu Minus 43 Grad Celsius.
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Dank seines dicken Fells steckt dieses Eichhörnchen im Warschauer Lazienki Park den Frost ganz gut weg.
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In Warschau wurden 48 Kohleöfchen aufgestellt, an denen sich Passanten wärmen dürfen.
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Der See in Prag ist komplett zugefroren.
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Die Obdachlosenheime in Bukarest sind voll - viele versuchen hier, den zweistelligen Minustemperaturen zu entgehen und ein warmes Plätzchen zu ergattern.
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Mileikovo in Weißrussland präsentiert sich ganz in Weiß.
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Wichtig bei der Kälte: Gut einpacken und auch das Gesicht schützen.
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Auch die Vierbeiner sollten lieber noch mal zusätzlich warm angezogen werden. "Malfalda" aus Frankfurt hat von ihrem Frauchen einen warmen Mantel bekommen.
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Die Seen in Tuzla, Bosnien, sind von einer dicken Eiskruste überzogen. Die Bauern müssen das Eis aufbrechen, um Wasser für ihre Tiere zu holen.
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In Prag sieht "Wasserball" derzeit anders aus.
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Bitterkalt: Ein Frau schützt in Warschau ihr Gesicht vor der eisigen Kälte. Foto: Andrzej Hrechorowics
Möwen auf der Eisfläche vom gefrorenen Maschsee in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
Frost-Pferde: Verschneiten Pferdefiguren in Aachen. Die Meteorologen sagen auch für die kommenden Tage eisige Temperaturen voraus. Foto: Oliver Berg
Ein totes Blesshuhn liegt in der Eisfläche vom gefrorenen Maschsee in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
Minus 20 Grad: Im polnischen Przemysl zeigt ein Thermometer fast minus 20 Grad an. Foto: Darek Delmanowics
Einige hatten den Winter schon abgeschrieben, doch nun kommt er mit geballter Macht und Dauerfrost. Foto: Julian Stratenschulte
Die ehemalige Start- und Landebahn des Flughafens Berlin Tempelhof: Trotz Sonne klettert das Thermometer in den kommenden Tagen nicht über null Grad Celsius. Foto: Marc Tirl
Genf ist bereits in eine weiße Decke gehüllt.
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Ungewöhnlich heftige Schneefälle stellten auch die türkische Metropole Istanbul vor Probleme. Seit Mitte Januar wurden fast 20.000 Tonnen Salz gestreut, wie die Zeitung Hürriyet meldete. Eine Sporthalle wurde etwa 350 Obdachlosen als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Fast 200 Flüge der Turkish Airline von und nach Istanbul wurden gestrichen, Teile einer Schnellstraße von der Türkei nach Bulgarien und Griechenland wurden wegen heftigen Schneefalls gesperrt.
Besonders schlimm hat es bisher die Menschen in Osteuropa getroffen: Bislang mindestens 79 Menschen aufgrund der Kälte ums Leben. Allein aus der Ukraine wurden 43 Tote gemeldet. Weitere Todesopfer gab es in Rumänien, Bulgarien und Bosnien. Bei den meisten von ihnen handelte es sich um Obdachlose. In Serbien und Bosnien starteten die Behörden einen Rettungseinsatz. Dort wurden Dutzende Menschen mit Hubschraubern aus schneebedeckten Dörfern in Sicherheit gebracht. Zudem wurden Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete geliefert.
In einigen Regionen Osteuropas zeigte das Thermometer Temperaturen von bis zu minus 32,5 Grad an. Die klirrende Kälte führte zu Stromausfällen und einem Verkehrschaos. Zudem blieben vielerorts Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.
Wie das Katastrophenschutzministerium in der Ukraine am Mittwoch mitteilte, wurden 28 Menschen erfroren auf der Straße gefunden, acht starben in Krankenhäusern und sieben bei sich zu Hause. Mehr als 720 Menschen seien wegen Unterkühlung und Erfrierungen in Kliniken behandelt worden. Die Behörden richteten mehr als 1.730 Betreuungsstellen ein, in denen Obdachlose sich aufwärmen und essen können.
Schulen und Kindergärten wurden geschlossen. Die ukrainische Regierung richtete einen Krisenstab ein, der sicherstellen soll, dass es im Land ausreichend Anlaufstellen für Gefährdete gibt.
Auch Polen verzeichnete innerhalb von 24 Stunden fünf Todesopfer durch die Kälte. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 15 in den vergangenen vier Tagen, wie die Polizei erklärte. Eine Sprecherin des polnischen Innenministeriums sagte, vor allem ältere Menschen und Obdachlose seien unter den Opfern. Im Südosten des Landes sanken die Temperaturen auf minus 27 Grad. Aufgrund der anhaltenden Kälte friert nun auch die Oder zu. Der deutsche Abschnitt des Flusses sei für den Schiffsverkehr gesperrt worden, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde mit.
Wie man sich vor Erfrierungen schützt
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Wie man sich vor Erfrierungen schützt
2. Welche Symptome weisen auf eine Erfrierung hin?
„Die ersten Zeichen einer Erfrierung sind Blässe und Taubheitsgefühle“, sagt Hans Georg Dauer, Dermatologe aus Köln. „Wenn man dann von der Kälte in die Wärme kommt, empfindet man meist ein schmerzhaftes Ziehen oder Brennen. Die Haut färbt sich zinnoberrot.“ Je länger die Kälte wirken kann, desto ausgedehnter und schwerwiegender kann das Gewebe geschädigt werden.
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3. Wie erkennt man Erfrierungen?
Dauert das Kribbeln der kalten Finger oder Zehen länger an oder bilden sich mit Blut oder Flüssigkeit gefüllte Blasen, dann spricht der Mediziner von einer Erfrierung zweiten Grades. Die Haut ist dann bereits stärker geschädigt. Erfrierungen dritten Grades schließlich führen zur Schwarzfärbung und zum Absterben von Gewebe. Besonders betroffen von Kälteschäden sind die ohnehin schlecht durchbluteten Körperteile. Neben Fingern und Zehen zählen dazu auch Nase und Ohren.
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4. Achtung bei Alkohol
Verengte Gefäße können das Erfrieren noch zusätzlich begünstigen. Die Ursachen sind zum Beispiel eine Arterienverkalkung oder Drogenkonsum. Alkohol weitet zwar die Gefäße, ist aber nicht weniger problematisch. Denn der Konsum führt dazu, dass die Zellen stärker durchblutet werden und der Körper viel Wärme abgibt, dadurch werden seine Schutzfunktionen geschwächt.
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5. So schützen Sie Kinder
Eltern sollten häufiger die Körpertemperatur ihrer im Schnee spielenden Kinder überprüfen, sowohl an den Händen als auch am Bauch oder am Rücken, empfiehlt Inke Ruhe von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder.
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6. Aufwärmpause
Bei ersten Anzeichen einer Erfrierung ist eine Aufwärmpause angesagt. Allerdings sollte sich der Körper langsam an die Wärme gewöhnen. Große Temperaturunterschiede werden als schmerzhaft empfunden. „Die Hände oder Zehen beispielsweise sollten zuerst unter lauwarmes Wasser gehalten werden. Dann wird die Temperatur langsam erhöht“, rät Mediziner Dieter Conrad.
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7. Kalte Hände nicht reiben
Selbst bei leichten Erfrierungen sollten die betroffenen Körperteile nicht gerieben werden. „Besser ist es, sich auf die Hände zu setzen oder sie in die Achselhöhlen zu stecken“, sagt Dermatologe Hans Georg Dauer.
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8. Warme Getränke
Auch von innen kann man der Kälte entgegensetzen. Heißgetränke wie Tee oder Kakao wärmen den Körper. Auch hier sollte man auf den Schuss Alkohol verzichten.
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9. Wann sollte man zum Arzt?
Haben sich bereits Blasen gebildet, die schlecht abheilen, sollte ein Arzt die Wunden versorgen. Ein Mediziner sollte auch zu Rate gezogen werden, wenn mehr als zehn Prozent der Körperoberfläche von der Kälte geschädigt sind oder wenn Erfrierungserscheinungen häufiger auftreten. „Unter Umständen ist dann eine medikamentöse Behandlung mit durchblutungsfördernden Mitteln angesagt“, sagt der Dermatologe Hans Georg Dauer.
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10. Die richtige Kleidung
Den besten Schutz vor Erfrierungen bietet wasserfeste, der Temperatur angepasste Kleidung. Dazu gehören warme Strümpfe und gefütterte Schuhe, Handschuhe und Mütze oder Ohrenschützer. Die Gesichtshaut wird durch fettende Creme geschützt. Alternativ können Mund, Ohren und Nase von einem warmen Tuch oder einer Teilmaske bedeckt werden. Nasse Kleidung muss schnell gewechselt werden, sonst droht sie anzufrieren. Diese Gefahr bergen auch Metallteile wie Ohrringe oder Reißverschlüsse. Sie sollten bei Kälte nicht mit der Haut in Berührung kommen.
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1. Was passiert bei Erfrierungen?
„Wenn Kälte auf den Körper einwirkt, versucht dieser, sich zu schützen und die vorhandene Wärme festzuhalten“, erklärt Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen in Neuental. In den Bereichen, die der Kälte stark ausgesetzt sind, verengen sich die Gefäße. Das Gewebe wird weniger durchblutet und mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Je länger dieser Zustand andauert, umso mehr werden die Zellen geschädigt. Im Extremfall sterben sie ab.
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Eisige Temperaturen kosteten auch in Serbien drei Menschen das Leben. In Bulgarien erfror ein Mann, in Rumänien starben vier Menschen in der Kälte.
Frau erfriert in Wassergraben in Deutschland
Auch in Deutschland wurde das erste Opfer bekannt: In der Nacht zum Sonntag starb eine 55-jährige Fußgängerin in Brandenburg, nachdem sie in einen Wassergraben gefallen war, wie die Polizei am Montagabend mitteilte.
Ein wenig Wärme: Eine Frau blickt durch die Scheiben eines Kältebusses in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
Foto: dapd
Ein wenig Wärme: Eine Frau blickt durch die Scheiben eines Kältebusses in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
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Bundesweit wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Werte von minus sechs bis minus zwölf Grad erreicht. Kaltluft ströme von Russland nach Deutschland. Dort habe nun das Kältehoch „Dieter“ das Hoch „Cooper“ abgelöst. Laut den Prognosen des Wetterdienstes werden die Temperaturen in den kommenden Tagen noch weiter zurückgehen. In der Nacht zu Freitag werde voraussichtlich der Tiefpunkt erreicht. Dann müsse flächendeckend mit zweistelligen Minusgraden gerechnet werden, sagte die Meteorologin Paetzold.
Angesichts des Kälteeinbruchs forderte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Thomas Specht, mehr Angebote für Obdachlose, besonders in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Nach Einschätzung des Verbandes leben in Deutschland zurzeit 22.000 Menschen dauerhaft auf der Straße. „Bei dieser Kälte appelliere ich an die Wachdienste, die Wohnungslosen nicht gleich rauszuwerfen und dafür Menschlichkeit walten zu lassen“, sagte Specht.
Kältewelle erreicht Schweiz
Die Kältewelle erreichte am Mittwoch auch die Schweiz. Im Kanton Wallis fiel die Temperatur auf minus 26,2 Grad, wie SF Meteo meldete. Es kam zu zahlreichen Unfällen auf vereisten Straßen. Zum Wochenende hin sollen nachts in den alpinen Hochtälern bis zu minus 30 Grad erreicht werden.
(sky. mit dapd, AP, AFP, dpa)