Rio de Janeiro. Nach den gewaltigen Erdrutschen in einem Ferienort an der brasilianischen Atlantik-Südküste ist die Zahl der Todesopfer gestiegen. Bis Samstagabend bargen Rettungskräfte 39 Leichen aus den Trümmern eines Ferien-Resorts auf der Touristen-Insel Ilha Grande sowie in der gegenüberliegenden Stadt Angra dos Reis.
Immer noch werden Menschen vermisst. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in Folge der Unwetter und Erdrutsche im Bundesstaat Rio seit Mittwoch laut Medienangaben auf mehr als 60. In der Region war tagelang heftiger Regen niedergegangen, wodurch die Erde völlig aufgeweicht wurde.
Tonnen von Schlamm und Pflanzen verschütteten das kleine Luxushotel Sankay, das über Silvester mit rund 40 Gäste ausgebucht war. Der Vize-Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezão, befürchtete, dass die Opferzahl steigen könnte. "Es ist ein Horrorszenario", sagte er dem Radiosender CBN. "Ein Berg aus Schlamm, Geröll und Bäumen bedeckt mehrere Häuser." Laut Pezão wurde ein großer Teil des Hotels zerstört. Auch drei benachbarte Häuser seien durch den von den starken Regenfällen verursachten Erdrutsch beschädigt worden. Zur Nationalität der Urlauber machte Pezão keine Angaben. Etwa hundert Feuerwehrleute und Helfer waren im Einsatz. Wegen der Gefahr neuer Erdrutsche war der Einsatz von schwerem Räumgerät nicht möglich. Ein Feuerwehrchef schätzte die Chance als sehr gering ein, noch Überlebende zu finden.
Mit dem Unglück stieg die Zahl der Toten durch Überschwemmungen und Erdrutsche im Bundesstaat Rio de Janeiro nach Angaben des Zivilschutzes auf mindestens 52. Etwa 20 Menschen kamen am Donnerstag vor allem in Rio de Janeiro ums Leben, unter ihnen mehrere Kinder und ein drei Tage altes Baby. In dem Armenviertel Jacarapagua starben den Angaben zufolge fünf Mitglieder einer Familie, als sie von Schlammmassen begraben wurden. Sieben Menschen starben, als Schlammmassen ins Stadtzentrum von Angra dos Reis an der Ilha Grande Bucht rutschten.
In Rio de Janeiro regnete es seit Mittwoch unaufhörlich. Im Norden der Stadt traten drei Flüsse über die Ufer und zwangen rund 200 Menschen, ihre Häuser zu verlassen. Besonders gefährdet von Erdrutschen waren die Elendsviertel auf den Hügeln im Norden und Westen der Metropole. (afp)
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