Leutenbach. Die Eltern und die Schwester des Amokläufers von Winnenden haben sechs Tage nach der Bluttat ihr Schweigen gebrochen und erstmals den Opfern von Tim K. ihr Mitgefühl ausgesprochen.
In einem von ihrem Rechtsanwalt verbreiteten offenen Brief schreiben sie an alle Hinterbliebenen der 15 Todesopfer: "Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste, ein geliebter Mensch, durch die entsetzliche und unbegreifbare Tat unseres Sohnes und Bruders genommen. Immer und immer wieder fragen wir uns, wieso dies geschehen konnte. Warum wir seine Verzweiflung und seinen Hass nicht bemerkt haben. Bis zu dem furchtbaren Geschehen waren auch wir eine ganz normale Familie.
Wir hätten Tim so etwas nie zugetraut und kannten ihn anders. Wir sind bestürzt und stehen weinend und stumm vor der unfassbaren Tragödie. Unser tiefstes Mitgefühl möchten wir den Opfern, Angehörigen und Freunden aussprechen. Alle unsere Gedanken sind auch bei den körperlich und seelisch Verletzten."
Tim K. hatte am vergangenen Mittwoch bei einem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Am Dienstag wurden weitere drei Opfer der Tat beigesetzt. Am Mittwoch soll in Baden-Württemberg eine landesweite Schweigeminute abgehalten werden. Die zentrale Trauerfeier ist für Samstag in Winnenden geplant. (ddp/dpa)
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