Lima. Eine Gangsterbande in Peru hat möglicherweise Dutzende von Menschen ermordet, um deren Fett zu verkaufen. Vier Tatverdächtige seien bereits festgenommen worden, sagte der leitende Polizeigeneral Eusebio Félix Murga am Donnerstag in Lima. Zum Motiv für ihre grausamen Taten sagten die Männer der Polizei, sie hätten ihren Opfern Fett abgesaugt, das sie für viel Geld an Kosmetikfirmen verkaufen wollten. Nach sieben mutmaßlichen Mitgliedern der Bande werde noch gefahndet, teilte die Polizei mit.
Die genaue Zahl der Getöteten war zunächst nicht bekannt. In Presseberichten war von bis zu 60 möglichen Opfern die Rede. Nach peruanischen Presseberichten vom Freitag gestanden einer der Festgenommenen bereits die Ermordung von wenigstens fünf Menschen. In der Gegend von Huánuco im Zentrum des Landes 400 Kilometer nordöstlich von Lima, wo die Bande ihr Unwesen trieb, werden zudem 60 Menschen vermisst.
Die Bande soll nach Angaben der peruanischen Polizei 15.000 Dollar (10.000 Euro) für jeden Liter menschlichen Fetts kassiert haben. Für die Polizei ist allerdings unklar, ob überhaupt menschliches Fett für kosmetische Produkte verwendet wird.
Die Täter hätten ihre Opfer - meist arme Bauern - entführt, sie enthauptet und ihnen dann mit primitiven Mitteln das Fett entnommen. Die Leichen seien verscharrt oder in Flüsse geworfen worden. Die Polizei präsentierte Fotos von vergrabenen Knochen. Bei der Festnahme seien bei den Verdächtigen Fett gefunden worden, das einer Laboruntersuchung zufolge von einem Mann stammte. In Fernsehbildern waren Limonade-Flaschen und Plastiktüten mit gelblichem Inhalt zu sehen. (dpa)
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