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18. November 2016

Geflügelbetriebe: Die Vogelgrippe weitet sich aus

 Von 
Eigentlich in Freilandhaltung: Diese Legehennen stehen jetzt unter Hausarrest.  Foto: dpa

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt plant eine bundesweite Stallpflicht für Geflügelbetriebe. Bis zur Aufhebung dürfen Tiere nur noch in Ställen untergebracht werden.

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Jens Urban macht sich Gedanken: „Wir sind in Sorge, was die aktuelle Ausbreitung der Vogelgrippe angeht. Aufgrund der weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt entschieden, alle notwendigen Maßnahmen für eine bundesweite Aufstallungspflicht für Geflügelbetriebe vorzubereiten“, erklärte der Sprecher des Landwirtschaftsministerium am Freitag. Von diesem Montag an müssen auch kleinere Betriebe Sicherheitsmaßnahmen treffen. Dann tritt eine Eilverordnung in Kraft. Bisher gelten diese Maßnahmen nur für Betriebe bis 1000 Tieren. Konkret bedeutet das, dass Tierhalter Schutzkleidung tragen müssen, sich Hände und Stiefel desinfizieren müssen und dass keine Unbefugten in die Ställe dürfen.

Tiere, die sich normalerweise unter freiem Himmel bewegen, dürfen dann bis zur Aufhebung nur noch in Ställen untergebracht werden. Dies soll verhindern, dass sich Nutztiere durch freilebende Wildtiere mit dem tödlichen Krankheitserreger infizieren können. Dies kann über Kot oder verunreinigtes Wasser geschehen, aber auch über die Luft.

Eine landesweite Stallpflicht besteht bisher nur in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und seit Freitag auch in Baden-Württemberg. In anderen Bundesländern wurde die Stallpflicht zunächst nur für einzelne Landkreise oder Regionen festgelegt, zum Beispiel in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg. Auch Rheinland-Pfalz und Hessen haben angekündigt, die Stallplicht einzuführen.

Erstmals war die H5N8-Variante der aktuellen Epidemie am 8. November in Schleswig-Holstein bei Wildvögeln nachgewiesen worden. Zuletzt hatte das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen am Freitag den Vogelpest-Virus H5N8 bei einem Bussard nachweisen können. Am Freitag wurde der Erreger auch in Hessen bei einer toten Tafelente festgestellt.

Bei einem privaten Nutztierhalter in Mecklenburg-Vorpommern seien neben Hühnern auch Tauben von dem Virus befallen, teilte das Schweriner Umweltministerium am Donnerstag mit. Es ist der zweite betroffene Geflügelbestand in Mecklenburg-Vorpommern. Erst vor wenigen Tagen war auf einem Geflügelhof in Mesekenhagen die Vogelgrippe bestätigt worden. Landwirtschaftsminister Till Backhaus betonte: „Wer Geflügel hält, ob privat oder gewerblich, hat dies sowohl bei der Tierseuchenkasse als auch beim zuständigen Landkreis anzuzeigen.

Auch Änderungen sind unverzüglich zu melden. Wer sich nicht an die Regeln halte, begehe nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gefährde auch eigenen Bestand.

„Wir haben es hier mit einer hochansteckenden Seuche zu tun“, sagte Backhaus. Auch in Schleswig-Holstein ist die Geflügelpest bei Nutztieren nachgewiesen worden – unter anderem bei einer geschlossenen Geflügelhaltung mit 30 000 Tieren.

Eine Ansteckung beim Menschen mit dem Virus H5N8 sei zwar theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich, heißt es aus dem Institut für Risikobewertung (BfR). Bisher seien keine Fälle bekannt geworden.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gab es jedoch seit 2003 weltweit 854 Fälle, in denen sich Menschen mit anderen Virustypen der Vogelgrippe, zum Beispiel H5N1, infiziert hätten. Das BfR erklärte, dass sich die Betroffenen fast ausschließlich durch direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel angesteckt hätten.

Für Infektionen durch den Verzehr von rohen Eiern oder rohem Geflügel, gebe es keine Belege. Auch das Robert-Koch-Institut erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf den Mensch gering sei und dass es auch noch nie zu einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung gekommen sei.

Trotzdem rät das Institut für Risikobewertung zur Einhaltung von Hygienestandards: Geflügelprodukte sollten getrennt gelagert, Messer und Schneidebretter gründlich gereinigt und Auftauwasser und Verpackungen sofort entsorgt werden. Außerdem sollten Geflügelspeisen beim Garen mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad erreichen und Eier mindestens sechs Minuten gekocht werden.

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