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26. Februar 2016

Google Impact Challenge: Ausgezeichnete Ideen

 Von Lisa Boekhoff
Die Smartphone-App „Mobile Retter“ soll Ersthelfer schneller zum Notfall bringen.  Foto: dpa

Die Sieger des Förderwettbewerbs Google Impact Challenge für gemeinnütziges Engagement wurden in Berlin gekürt.

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Der Abend im Café Moskau beginnt ziemlich überraschend – am Grab von Walter Ulbricht. Moderator Jörg Thadeusz stellt sich vor, wie der DDR-Politiker sich in diesem Moment post mortem heftig in selbigem rührt, denn: „Ein amerikanisches Weltunternehmen feiert gerade in seiner Hütte“. Im berühmten Café in der Karl-Marx-Allee in Berlin prämiert Google die Sieger seines Förderwettbewerbs Google Impact Challenge. „Wir feiern Ihre fabelhafte Arbeit an einem spektakulären Ort. Wenn es irgendwo in der DDR heiß abgegangen ist, dann hier“, klärt der Journalist die Gäste zum Auftakt über den Ort des Geschehens auf.

Zum ersten Mal schrieben Google, die Spendenplattform betterplace.org und das Netzwerk Ashoka den Wettbewerb in Deutschland aus. Ihre Challenge fördert gemeinnützige Organisationen mit insgesamt 3,75 Millionen Euro. 2200 Projekte traten gegeneinander an. 210 schafften es schließlich ins Finale nach Berlin. Ganz vorn landeten zehn sogenannte Leuchtturm-Projekte. Eine Jury kürte damit die innovativsten und wichtigsten Ideen, die Chance hätten, nicht nur national sondern vielleicht sogar international zu wirken. Sie bekommen dafür 250 000 Euro. Hilfe für Menschen mit Migrationshintergrund, ein Projekt für Obstbäume oder eines, das Schülern Programmieren beibringen möchte – die Jury setzte bei ihrer Wahl auf Vielfalt. Philipp Justus, Vize-Präsident von Google in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Zentral- und Osteuropa sagte zusätzlich zur finanziellen Hilfe auch Rat und Tat zu. Partner von Google, betterplace.org und Ashoka sollen die Organisationen beraten.

An „Mobile Retter“, den Gesamtsieger der zehn Besten, gingen noch einmal weitere 250 000 Euro. Das Projekt aus dem Kreis Gütersloh will qualifizierte Ersthelfer per Smartphone schneller zu einem Notfall bringen – bundesweit.

Menschenleben retten

In einigen Regionen brauchten Rettungskräfte mehr als zehn Minuten, um den Einsatz zu erreichen. Das Projekt soll Menschenleben retten. Auf dem zweiten Platz landete die App „Draußenkinder Hilfefinder“, die sich für Straßen- und Flüchtlingskinder einsetzt. Dritter wurde das Projekt „Kiron“, das Flüchtlingen den Weg an die Hochschule erleichtern soll.

Neben den zehn Leuchttürmen wurden schließlich alle 200 lokalen Finalisten mit einer Förderung ausgezeichnet: hundert Projekte mit jeweils 10 000 Euro, hundert mit jeweils 1000 Euro. Über 724 000 Stimmen gingen beim Voting ein, das über die lokalen Projekte und den Hauptsieger entschied. Nordrhein-Westfalen stellte mit über 30 Projekten die meisten lokalen Finalisten. Aus Hessen standen insgesamt 16 lokale Projekte im Finale. Fünf von ihnen erhielten die Förderung von 10 000 Euro, darunter das Projekt „Freizeit-Helden“, das soziales Engagement organisiert, das „FabLab“, das Tüftler unterstützen will und eine App, die Eltern schwerkranker Kinder hilft.

Zur Siegerehrung kamen auch Jacquelline Fuller, Direktorin von Google.org, die sich begeistert vom Engagement in Deutschland zeigte, und Andrea Nahles (SPD), Ministerin für Arbeit und Soziales. Gerade die Hilfe für Flüchtlinge hätte eine besondere Bedeutung, sagte Nahles. „Das ist ein Signal, dass wir die Menschen integrieren wollen und sie willkommen sind. Wir geben Hetzern keine Chance.“

Heute könnten Ideen durch die neuen Medien schneller eine große Wirkung haben, sagte Nahles. Besonders gefallen habe ihr ein Projekt wie Arbeiterkind.de. Mentoren helfen dabei Kinder aus Arbeiterfamilien und machen ihnen Mut, zu studieren.

Andrea Nahles vertrat die Schirmherrin des Wettbewerbs, Manuela Schwesig (SPD). Die Familienministerin schickte per Video Grüße. Allerdings stockte das Bild, die Grüße blieben ungehört – und das bei Google. „Sie können sich sinngemäß vorstellen, was Frau Schwesig gesagt hätte“, scherzte Moderator Thadeusz.

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