Das Erd-Sandwich
Es war im Juni 2006. Duncan Rawlinson und sein Bruder Jonathan wollten einen Rekord brechen. Ausgerüstet mit einem GPS-Empfänger und einem Baguette machten sich die beiden Kanadier auf nach Spanien, um dort das größte Sandwich aller Zeiten zu erschaffen - das Erdsandwich.
1. Auf antipodemap.com den auf der Erdkugel genau gegenüber liegenden Ort eines beliebigen Punktes finden. 2. Jemanden kontaktieren, der in der Nähe dieses gegenüber gelegenen Ortes lebt, etwa über Facebook. Ihn darum bitten, das Erdsandwich zu komplettieren. 3. Die genauen GPS-Koordinaten - auch die werden bei antipodemap.com angegeben - für den entsprechenden Punkt untereinander austauschen. 4. Dann mit Hilfe der Koordinaten zu den beiden entsprechenden Orten gehen und dort möglichst gleichzeitig jeweils eine Schreibe Toast auf den Boden legen. 5. Die Toastscheiben fotografieren, am besten mit den Koordinaten markiert. Das so dokumentierte Erdsandwich im Internet ausstellen.
Kleiner Wermutstropfen: Für Deutschland gibt es keinen gegenüberliegenden Punkt, der auf Land liegt.
Ein Blogger aus den USA hatte das Rezept erfunden: Wenn zwei Leute an zwei auf der Erdkugel genau gegenüber liegenden Punkten, sogenannten Antipoden, gleichzeitig eine Schreibe Brot auf den Boden legen, so dass der Erdball genau zwischen ihnen liegt, dann ist das ein Erdsandwich. Ein Neuseeländer namens Morgan Nichol machte den Anfang und legte ein selbst gebackenes Brot in seinen Garten.
Die genauen GPS-Daten dieses Ortes schrieb er mit Edding darauf. Er fotografierte sein Werk und schickte es dem Blogger, der nun einen Wettbewerb ausrief, das Sandwich zu komplettieren - irgendwo im Süden Spaniens. Dem Ort, an dem man herauskommen würde, wenn man im Garten von Morgan Nichol einen senkrechten Tunnel durch die ganze Erde graben würde. Der Wettlauf begann - und die Rawlinson-Brüder machten sich auf den Weg.
Duncan ist noch heute stolz auf seinen Sieg. "Mein Bruder und ich wollten zu der Zeit eh nach Portugal fliegen", erzählt er. Und weil der gesuchte Punkt in Spanien von dort nicht weit entfernt war, machten sie den Abstecher mit Hilfe ihres GPS-Geräts.
"Es war Experiment, Spiel und Abenteuer in einem", sagt Duncan. Und irgendwie auch Kunst. "Denn große Kunst löst lebhafte und emotionale Reaktionen aus - und die haben wir daraufhin aus der Bloggerszene bekommen."
Der Link zum Video der Brüder, die die Entstehung des Kunstwerks dokumentiert haben (Quicktime-Player ist nötig): http://scourist.com/2006/06/09/0009-earth-sandwich/
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