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Grammy Awards: Die Preise rührten zu Tränen

Jennifer Hudson gewinnt für ihr vielgelobtes Debütalbum ihren ersten Grammy. Als beste Platte das Jahres wird "Raising Sand" von Robert Plant und Alison Kraus ausgezeichnet.

Jennifer Hudson hat für ihr Debütalbum ihren ersten Grammy gewonnen. (Archivbild)
Jennifer Hudson hat für ihr Debütalbum ihren ersten Grammy gewonnen. (Archivbild)
Foto: Foto: dpa

Los Angeles. Das ungewöhnliche Musikduo aus Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant und Bluegrass-Star Alison Krauss hat bei der Grammy-Verleihung am Sonntagabend in Los Angeles fünf Preise abgeräumt. Der 60-jährige Altrocker und die 37 Jahre alte Country-Sängerin erhielten die wichtigste Auszeichnung der US-Musikindustrie unter anderem in den Kategorien bestes Album für "Raising Sand" und beste Aufnahme des Jahres mit "Please Read the Letter".

Mit bislang insgesamt 26 Auszeichnungen setzt die Country-Musikerin Krauss einen neuen Rekord: Keine andere Musikerin hat so viele Grammys gewonnen. Ihre ungewöhnliche Zusammenarbeit mit Plant wurde zu einem unerwarteten Erfolg und künstlerischen Triumph. Plant sagte zu der gemeinsamen Grammy-Ehrung: "Ich denke, es ist eine gute Art, den Sonntag zu verbringen."

Mehrere zunächst als Favoriten gehandelten Anwärter blieben bei der hochkarätig besetzten Preisgala hinter den Erwartungen zurück: Der US-Rapper Lil Wayne war achtmal nominiert, erhielt aber nur vier Grammys. Die britischen Softrocker Coldplay sammelten bei sieben Nominierungen drei Auszeichnungen ein.

Der Grammy für den besten Song ging an die Gruppe Coldplay für die basslastige Mitsingnummer "Viva La Vida". Ihr gleichnamiges Album war auch als Album des Jahres nominiert, hatte aber das Nachsehen. Als Newcomerin des Jahres wurde die britische Songschreiberin Adele ausgezeichnet, die auch den Grammy als beste Popsängerin gewann. Der Grammy für den besten männlichen Popsänger ging zum vierten Mal an John Mayer.

Größter Publikumsliebling auf der Preisgala war die Sängerin Jennifer Hudson. Bei einem emotionalen Auftritt nahm die 27-Jährige, deren Mutter und Bruder im vergangenen Jahr ermordet worden waren, aus den Händen von Whitney Houston den ersten Grammy ihrer Karriere entgegen. "Ich danke meiner Familie im Himmel und denen, die heute Abend hier sein können", sagte Hudson unter Tränen. Den Preis erhielt sie für das beste R&B-Album des Jahres. Im Anschluss sang sie sicher, aber bewegt ihr Lied "You Pulled Me Through" und brach erneut in Tränen aus, als die Zuschauer ihr im Stehen lange Applaus spendeten.

Auch andere Preisträger zeigten Rührung. "Ich werde gleich heulen", bekannte die 20-jährige Britin Adele, die sich mit ihrem mehrfachen Grammy-Gewinn zu den Senkrechtstartern der Musikbranche zählen darf. Chris Martin von der Gruppe Coldplay bekannte auf der Bühne: "Gleich kommen mir die Tränen, das ist verrückt." Gerührt zeigte sich auch die Blueslegende B.B. King: Der 83-Jährige gewann für sein jüngstes Album seinen 15. Grammy.

Deutsche Künstler waren ebenfalls unter den Gewinnern. Der Rundfunkchor Berlin und die Berliner Philharmoniker erhielten den prestigeträchtigen Preis für ihre gemeinsame Einspielung von Igor Strawinskys "Psalmensinfonie" unter der Leitung von Sir Simon Rattle (Orchester) und Simon Halsey (Chor). Ein weiterer Grammy ging an den in den USA lebenden deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer für seinen mit James Newton Howard komponierten Soundtrack für den Batman-Film "The Dark Knight".

Ein Drama hinter den Kulissen hatte die Galaplaner in letzter Minute zu einer Änderung gezwungen. Die Popsängerin Rihanna sagte kurzfristig ihren Auftritt ab, nachdem es offenbar zu einem handgreiflichen Streit mit ihrem Freund gekommen war. Nach Informationen der "Los Angeles Times" hatte der Sänger Chris Brown seine Freundin am Morgen nach einem Streit tätlich angegriffen; am Abend habe er sich der Polizei gestellt und sei festgenommen worden. Eine Polizeisprecherin in Los Angeles bestätigte, dass Brown eine Frau angegriffen haben soll, die dabei "sichtbare Verletzungen erlitten" habe. Dass es sich dabei um Rihanna handelte, wollte sie zunächst nicht bestätigen. Anstelle von Rihanna traten Mädchenschwarm Justin Timberlake und Soullegende Al Green in einem eilends arrangierten Duett bei der Gala auf.

Die dreieinhalbstündige Grammy-Show im Staples Center in Los Angeles bot überdies eine ganze Reihe weiterer Tops-Stars auf: Paul McCartney (66) sang den alten Beatles-Klassiker über ein Mädchen von "just 17" (gerade mal 17). Taylor Swift (19) und Miley Cirus (16) nahmen sich Swifts "Fifteen" im Duett vor. Altmeister Stevie Wonder kam zusammen mit den Jonas Brothers auf die Bühne. U2 spielten ihre neue Single "Get on Your Boots", Neil Diamond sang "Sweet Caroline".

Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien

Album des Jahres: "Raising Sand" - Robert Plant, Alison Kraus

Single des Jahres: "Please Read The Letter" - Robert Plant, Alison Krauss

Song des Jahres: "Viva la Vida" - Guy Berryman, Jonny Buckland, Will Champion und Chris Martin (Coldplay)

Neuer Künstler: Adele

Rock-Album: "Viva La Vida Or Death And All His Friends" - Coldplay

Pop-Vocal-Album: "Rockferry" - Duffy

R&B-Album: "Jennifer Hudson" - Jennifer Hudson

Rap-Album: "Tha Carter III" - Lil Wayne

Country-Album: "Troubadour" - George Strait

Latin-Pop-Album: "La Vida ... es un Ratico" - Juanes

Soundtrack: "The Dark Knight" Komponisten James Newton Howard und Hans Zimmer

Zeitgenössiches Klassik-Album: "Mr. Tambourine Man: Seven Poems of Bob Dylan" - John Carigliano

Klassik-Album: "Weill: Rise and Fall of the City of Mahagonny" (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny) - Dirigent James Conlon (Los Angeles Opera Chorus and Orchestra)

Die komplette Liste mit allen Gewinnern und Nominierten der Grammys 2009. (afp/dpa/ap)

Datum:  9 | 2 | 2009
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