Er heißt Ronald "Ronny" J., ist 38 Jahre und von Beruf Lehrer. Viele Belgier fürchten, dass dieser Mann ein neuer Marc Dutroux sein könnte, ein weiterer Massenmörder und Vergewaltiger so wie es Dutroux in den 90er Jahren war, als er minderjährige Belgierinnen in einem Kellerkerker einsperrte, sie vergewaltigte und dann tötete. Marc Dutroux gilt seither als der Inbegriff des Bösen. Nicht nur in Belgien.
Ronny J. gestand inzwischen drei Morde. Einen vierten, an einem 16-jährigen deutschen Mädchen aus Vechta 1996, könnte er den Ermittlungen zufolge auch begangen haben. Die junge Deutsche wurde damals tot am Strand des belgischen Badeortes De Haan gefunden.
Gestanden hat J., dass er am Neujahrstag 2010 ein junges Paar getötet habe. Es waren seine beiden Nachbarn Shana und Kevin. Zuerst will er Kevin ermordet haben, dann vergewaltigte er dem Geständnis zufolge die 19-jährige Shana und brachte sie um. Die Leichen verfrachtete er in das Auto der Toten und zündete es an.
Inzwischen gestand Ronny J. auch Vergewaltigung und Mord an der 18-jährigen Annick Van Uytsel im vergangenen Jahr. Die Zeitung de Morgen berichtet, er habe Annick möglicherweise eine Zeitlang in einem Keller festgehalten, sie dort sexuell missbraucht und dann getötet. Genauso tat es auch Marc Dutroux.
Der Tatverdächtige wird alle sieben Minuten kontrolliert
"Wir schließen nicht aus, dass J. noch mehr Verbrechen oder Morde begangen hat", sagt der Ermittlungsleiter, der belgische Staatsanwalt Marc Rubens. Es werde nun in alle Richtungen ermittelt. Bisher ungeklärte Morde würden neu unter die Lupe genommen, um zu prüfen, ob Ronny J. damit etwas zu tun haben könnte. So auch der Mord an der 16-jährigen deutschen Touristin, die 1996 tot am Strand des flämischen Badeortes De Haan gefunden wurde. Ein Mord, der bis heute ungeklärt ist.
Die Staatsanwaltschaft warnte zugleich vor einer öffentlichen Vorverurteilung. Der Tatverdächtige werde in seiner Zelle alle sieben Minuten kontrolliert, um einen Suizid zu verhindern.
Die Polizei geht davon aus, dass J. ein Serienmörder sein könnte. "Er hat das ideale Profil vom perfekten Schwiegersohn. Er ist charmant, gebildet, hilfsbereit, gut gekleidet. Er ist jemand, dem man seine Tochter anvertrauen würde, weil man glaubt, bei dem ist sie in guten Händen", beschreibt der Psychologe und Jurist Jef Vermassen den Lehrer und mutmaßlichen Massenmörder.
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