Vor dem Cantor Film Center, am Washington Square, drängen sich die Menschen. Sie alle wollen ihn sehen: Hape Kerkeling. Denn der TV-Comedian liest in New York! Anlass ist die Veröffentlichung seines Bestseller "Ich bin dann mal weg" unter dem Titel "I´m off then" in den USA. Diese Ehre wird jedes Jahr nur sehr wenigen Autoren zuteil - Klassiker eingeschlossen. Der letzte deutsche Schriftsteller, der ein derartiges Gedränge produzierte, war denn auch Günter Grass.
Über Kerkelings Buch hat letztes Jahr sogar die New York Times berichtet. Kerkeling wirbt mit seiner Lesung für die zweite Auflage seines Buches. Die Erstauflage von "I´m off then" ist vergriffen.
Rasch füllt sich das Film Center, und irgendwann kommt Mitveranstalterin Kathrin diPaola vor das Tor. "Hape wird so gegen acht noch einmal lesen!" ruft sie. "Um die Ecke, im Deutschen Haus." Drinnen, auf der Bühne, trägt Kerkeling zwei Kapitel des Buches über die Pilgerreise der "Couchpotato", wie er sich selbst nennt, vor. In drei US-Städten sind Lesungen geplant: Außer New York auch noch in Washington D.C. und Philadelphia. Kerkeling liest auf Englisch, das Publikum besteht zu gefühlten 75 Prozent aus Deutschen.
Die Verteilung bei der zweiten Schicht im Deutschen Haus ist ähnlich. Rund 200 Menschen haben sich im Hof versammelt, bei Wein und Bier, die Atmosphäre ist locker. Hape kommt etwas später als erwartet - aber im Film Center haben so viele Fragen über die Reise, über Spiritualität, über das Finden von Gott gestellt, dass er kaum von der Bühne kam. Auch im Deutschen Haus geht es hauptsächlich um die Leiden des ungeübten und durstigen Pilgers.
Am Ende signiert Kerkeling Bücher, beantwortet Fragen und posiert für Fotos, alles gleichzeitig. Überrascht ihn der Erfolg in New York? "Dass so viele kommen, schon", sagt er. Findet er es schwierig, auf Englisch zu lesen? "Das habe ich auf Autopilot getan", sagt er. "Ich wollte so locker wie möglich bleiben." Dann muss er weg. Das holländische Fernsehen will ihn interviewen.
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