Brüssel. Die Europäische Union will mehr als 400 Millionen Euro mobilisieren, um die Not der Menschen in den Erdbebengebieten Haitis zu lindern. Darauf verständigten sich Vertreter der EU-Mitgliedstaaten beim Sondertreffen in Brüssel.
Die Union ist auch bereit, bis zu 150 Gendarmen nach Haiti zu schicken. Das teilte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos als Vertreter des Ratsvorsitzes mit. Die Polizisten sollen helfen, die öffentliche Ordnung im Land wiederherzustellen. Auch die Entsendung ziviler Experten ist geplant, um Haitis Behörden zu unterstützen.
Laut EU-Kommissar Karel De Gucht fließen jetzt aus dem Gemeinschaftshaushalt 30 Millionen Euro Soforthilfe, etwa für die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten. Die EU-Mitgliedstaaten wollten für denselben Zweck zusammen weitere 92 Millionen Euro bereitstellen.
Für die erste Wiederaufbauphase seien aus verschiedenen Quellen 107 Millionen Euro eingeplant, für langfristige Maßnahmen nochmals 200 Millionen Euro. "Wir hoffen, dass wir das noch aufstocken können", sagte De Gucht. EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton kündigte Gespräche mit US-Außenministerin Hillary Clinton und UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon über eine Koordinierung der internationalen Hilfe an.
Unter den Polizisten, die die EU nach Haiti entsenden will, werden keine Deutschen sein. "Da sind andere besser präpariert", sagte Außen-Staatsminister Werner Hoyer (FDP) in Brüssel. Die Kräfte kommen aus der "Europäischen Gendarmerietruppe", in der paramilitärisch ausgebildete Polizisten aus Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Portugal und Rumänien Dienst tun. Moratinos sagte, die UN hätten um Entsendung von Sicherheitskräften gebeten. Es gebe "dringenden Bedarf" an mehr Sicherheit in Haiti, um die Verteilung der Hilfsgüter zu gewährleisten.
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