Für den Wiederaufbau Haitis nach dem verheerenden Erdbeben hat die Weltgemeinschaft 7,3 Milliarden Euro zugesichert, davon 3,9 Milliarden kurzfristig. Damit übertraf das Ergebnis der internationalen Geberkonferenz am Mittwoch in New York die Erwartungen. Haiti hatte zuvor um 2,9 Milliarden Euro für die kommenden 18 Monate gebeten.
Deutschland beteiligt sich laut Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz (FDP) mit weiteren 40 Millionen Euro am Wiederaufbau. 18,5 Millionen Euro Direkthilfe wurden bereits geleistet. Daneben stellt das Land etwa 20 Prozent des EU-Beitrages für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau. Hilfsorganisationen und Opposition kritisierten den deutschen Anteil dagegen als zu gering: Im Vergleich zu der Tsunami-Hilfe in Höhe von 500 Millionen Euro zeige die Bundesregierung den Menschen in Haiti die kalte Schulter, kritisierte etwa die SPD.
Den größten Anteil der kurzfristigen Hilfe tragen die EU mit 1,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2013 und die USA mit 850 Millionen Euro. Zudem sagten Venezuela und seine lateinamerikanischen Verbündeten zusammen 1,8 Milliarden Euro bis 2016 zu. Internationale Hilfsorganisationen zeigten sich erfreut über das Ergebnis des Gipfels. Oxfam sprach von einer "beeindruckend großzügigen" Zusage, warnte aber vor "halben Versprechen".
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, "die Freunde Haitis haben mehr getan als erwartet wurde." Ban erinnerte daran, dass langfristig noch mehr Geld nötig sei. Die UN schätzen die Kosten bis 2020 auf umgerechnet 8,5 Milliarden Euro. Auch Haitis Präsident René Preval zeigte sich dankbar, mahnte aber zugleich eine bessere Koordination der Hilfe für sein Land an. (epd)
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