Transsexualität ist ein medizinischer Begriff, den Trans-Menschen häufig als diskriminierend ablehnen, da er eine psychiatrische Störung, also eine Krankheit beschreibt. Trans-Mann für äußerlich wie Frauen wirkende Menschen, die sich als Mann fühlen, und andersherum Trans-Frau werden als Begriffe eher akzeptiert.
Eine Geschlechtsangleichung durch Hormontherapie und Operation steht Trans-Menschen nach dem Transsexuellengesetz zu und wird von der Krankenkasse übernommen. Dafür sind ein psychiatrisches Gutachten und ein zwölfmonatiger so genannter "Alltagstest" nötig - der Betroffene muss entsprechend des von ihm angestrebten Geschlechts leben. Für eine Namensänderung sind zwei unabhängige psychiatrische Gutachten nötig.
Die Operation erfolgt nach mindestens acht bis zehnmonatiger Einnahme des dem angestrebten Geschlecht entsprechenden Sexualhormons und ist für Trans-Männer deutlich aufwändiger als für Trans-Frauen. "Es ist immer einfacher, etwas abzuschneiden, als etwas aufzubauen", erklärt Michael Krueger, der ärztliche Leiter der Abteilung für transsexuelle Chirurgie an der Klinik Sanssouci in Potsdam, die mit knapp 600 Frau-zu-Mann-Operationen in diesem Bereich weltweit führend ist. "Das ist eine aufwändige Operation, aufwändiger als eine Herz-OP", so der Mediziner.
Frau zu Mann: Es werden Brust, Gebärmutter, Eierstöcke und die Scheide entfernt. Eine Möglichkeit zur Konstruktion eines Penoids (Penisersatz) ist, einen Hautlappen des Unterarms, der Nerven und Blutgefäße zum Anschluss an die Oberschenkel enthält, zu benutzen.
Zur Verlängerung der weiblichen Harnröhre werden die kleinen Schamlippen benutzt. Die Klitoris wird an der Basis des Penoids erhalten, so bleibt eine Orgasmusfähigkeit bestehen. Die großen Schamlippen nehmen die künstlichen Hoden auf. Bei einem zweiten Eingriff kann eine Erektionsprothese eingebaut werden. Über eine Pumpe im Hodensack kann so mit zwei Silikonstäben im Penoid eine Erektion herbeigeführt werden.
Infos zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen hat die Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI). www.dgti.org
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