Ein Serienkiller. Eine korrupte Polizeitruppe. Ein untergeschobenes Kind. Und eine emanzipierte Frau, die um ihren verschwundenen Sohn kämpft: Die Geschichte, vor deren Hintergrund sich das Filmdrama von Clint Eastwoods "Der fremde Sohn" abspielt, ist in den USA als "Wineville Chicken Coop Murders" bekannt.
1926 entführte der Rancher Gordon Stewart Northcott den 14-jährigen Sanford Clark, brachte ihn auf seine Hühnerfarm in dem kleinen Ort Wineville nahe Los Angeles, schlug ihn und missbrauchte ihn sexuell. Im September 1928 fand die Polizei den Jungen auf der Ranch. Er sagte aus, Northcott habe mehrere Jungen - spätere Berichte sagen: bis zu 20 - entführt, missbraucht, in Hühnerställe eingesperrt, schließlich erschlagen und die Leichen mit einer Axt zerstückelt.
Die Polizei pflügte das Grundstück um, fand vereinzelte Körperteile und eine blutbeschmierte Axt. Northcott war mittlerweile mit seiner Mutter Sarah Louise nach Kanada geflohen, wo sie Ende 1928 verhaftet wurden. Zunächst gestanden Mutter und Sohn die Morde an den Jungen, darunter auch an dem neunjährigen Walter Collins aus Los Angeles, der am 10. März 1928 von einem Kinobesuch nicht heimgekehrt war. Jenem Ausschnitt des Falls - dem Kampf der alleinerziehenden Christine Collins um ihren Sohn und gegen den korrupten Polizeioffizier J. J. Jones - widmet sich der Film, der im Original "Changeling" heißt, zu Deutsch: Wechselbalg.
Spektakuläre Suchaktion
Tatsächlich führte die Polizei Christine Collins nach einer spektakulären Suchaktion ein falsches Kind zu. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um den Halbwaisen Arthur J. Hutchins, der nach Hollywood wollte, um dort seinen Lieblingsschauspieler Tom Mix zu treffen. Gordon Northcott und seine Mutter zogen ihr Geständnis später zurück. Dennoch wurde Northcott wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt und 1930 im Gefängnis von St. Quentin hingerichtet.
Sarah Northcott wurde wegen Mordes an Walter Collins zu lebenslanger Haft verurteilt, aber nach zwölf Jahren auf Bewährung freigelassen. Die Leiche von Walter Collins wurde nie gefunden. Christine Collins gab die Suche nach ihrem Sohn nie auf. Nachdem die öffentliche Erregung abgeebbt war, verschwand Christine Collins in die Anonymität. Der Ort Wineville änderte seinen Namen in Mira Loma. Die Farm mit den Hühnerställen steht bis heute.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.