Bei einer Übung der Bundespolizei am Olympiastadion sind zwei Hubschrauber bei der Landung zusammen gestoßen. Dabei soll ein Pilot getötet und mehrere Polizisten verletzt worden sein, darunter eine Frau. Die Ursache für den Flugunfall ist noch unklar.
1955 wurden beim Luftfahrtbundesamt (LBA) in Braunschweig die ersten zivilen Hubschrauber registriert. 2012 waren nach LBA-Angaben fast 800 Maschinen im Einsatz - vor allem bei Polizei, Bundesgrenzschutz und im Rettungswesen.
Inzwischen gibt es neue Einzelheiten. Zeugen berichteten, dass der erste Hubschrauber vom Typ Superpuma auf dem schneebedeckten Maifeld problemlos gelandet sei. Kurz darauf landete auch der zweite Helikopter im Abstand von etwa 30 Metern. Der Pilot hatte gewartet, bis sich der aufgewirbelte Schnee wieder gelegt hatte. Der dritte Pilot hatte offenbar nicht soviel Geduld. Seine Maschine prallte mit den Rotorblättern gegen die sich noch drehenden Blätter des zuerst gelandeten Helikopters.
Bei einer Großübung der Bundespolizei am Berliner Olympiastadion sind zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Dabei wurde ein Mensch getötet.
Foto: dpaNach der Berührung wurden Teile der Rotorblätter mehrere Hundert Meter umher geschleudert. Mit der Übung sollte ein Einsatz gegen Hooligans simuliert werden. Mit den Hubschraubern sollte zusätzliches Personal vom brandenburgischen Standort Blumberg zum Stadion transportiert werden, um Ausschreitungen der Fußballfans zu unterbinden. 400 Bundespolizisten nahmen daran teil. Die Hubschrauber hatten die Aufgabe, auf dem Maifeld am Stadion Einsatzkräfte abzusetzen.
Die Unfallursache wird jetzt vom Bundesamt für Luftfahrt untersucht. Am Nachmittag sollten die Wrackteile sichergestellt werden. Die Untersuchung werde mehrere Tage andauern, hieß es.
Die beiden Wracks der Hubschrauber vom Typ Super Puma sowie EC 155 sind heute Nacht von der Unglücktstelle zum Polizeigelände in Ruhleben gebracht werden. Dort sollen sie von Spezialisten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung begutachtet werden. Exakte Aussagen über die Unfallursache werden für April erwartet.
Foto: schroederDie Helikopter waren mit Beamten einer Einsatzhundertschaft besetzt, die an der Übung teilnehmen sollten. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) fuhr direkt nach der Katastrophe zum Unglücksort., er sprach von einem schrecklichen Unfall. „Wir haben einen toten Polizisten zu beklagen und sind bei den Angehörigen“, sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die verletzten Polizisten schnell genesen und keine bleibenden Schäden zurückbehalten.
Als die Sicht besser wurde, bot sich ein schlimmer Anblick. Ein Hubschrauber lag zerstört auf der Seite, auch die andere Maschine war schwer beschädigt. Die Maschinen gingen aber nicht in Flammen auf. „Unsere Sorge war, dass Kerosin ausläuft“, sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Die Berliner Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort, nachdem um 10.33 Uhr eine Alarmmeldung in der Zentrale eingegangen war.
Bundespolizisten bargen nach dem Absturz Kollegen aus den Wracks. Beamte hätten untereinander Erste Hilfe geleistet, berichtete der Sprecher der Berliner Bundespolizeidirektion, Meik Gauer. „Die Kollegen sind schockiert“, sagte er zu der Stimmung nach dem Unglück.
Zur Zahl der Beamten, die während des Unfalls in den Maschinen saßen, lagen zunächst keine Informationen vor. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei den verunglückten Helikoptern um einen mittleren Transporthubschrauber vom Typ AS 332 L1 Super Puma sowie einen leichten Transporthubschrauber des Typs EC 155 B. Die Puma-Maschine hat laut einer Übersicht der Bundespolizei 21 Sitzplätze, der EC-Helikopter 15 (jeweils einschließlich Besatzung). (mit dpa)
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