Mexiko-Stadt. In El Salvador sind durch Schlammlawinen, Überschwemmungen und Erdrutsche infolge des Hurrikans "Ida" mindestens 124 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Zivilschutzes vom Sonntagabend werden noch 60 Menschen vermisst. 7000 weitere konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Wirbelsturm brachte heftige Regenfälle und Windböen mit sich und ließ Flüsse über die Ufer treten. Die Behörden gingen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter ansteigt.
Präsident Mauricio Funes bezeichnete das Unwetter in einer Rundfunkansprache als eine schwere Tragödie für das mittelamerikanische Land. "Heute ist ein sehr trauriger Tag" sagte Funes, der den Notstand ausrief, um so Geld für die Soforthilfe freigeben zu können.
Nach Angaben der Rettungskräfte starben die meisten Menschen durch einstürzende Häuser und Schlammlawinen in Berg- und Vulkanregionen. In der Ortschaft San Vicente rund 60 Kilometer östlich von San Salvador wurden nach Medienberichten nahe dem Vulkan Chinchontepec mehr als 40 Einwohner von Erdrutschen getötet. Brücken wurden weggerissen und Straßen unpassierbar. Durch zerstörte Strommasten waren viele Ortschaften ohne Kontakt zur Außenwelt. Auch im benachbarten Nicaragua verursachte "Ida" schwere Schäden. Dort mussten 5000 Menschen evakuiert werden.
Der Hurrikan hatte sich am Donnerstag vor der Küste Nicaraguas gebildet und war dort auf Land getroffen. Er entwickelte am Sonntag im Golf von Mexiko Windstärken von 165 Kilometern pro Stunde und streifte die Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Auf den vor dem Badeort Cancún gelegenen Inseln Holbox und Punta Allen mussten rund 2300 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Das US-Hurrikanzentrum in Miami stufte den Wirbelsturm auf Kategorie 2 der Saffir-Simpson-Skala hoch, später aber zurück auf Stufe 1. Mit 17 km/h bewegte sich "Ida" demnach auf die USA zu. Für die US-Bundesstaaten Mississippi, Alabama und Florida wurde eine Hurrikan-Warnung ausgegeben. Einige im Golf von Mexiko tätige Ölkonzerne stellten die Förderung ein und holten ihre Mitarbeiter von den Bohrinseln.
Die Meteorologen gingen davon aus, dass sich der Hurrikan auf dem Weg nach Norden abschwächen werde. "Ida" ist der erste Wirbelsturm in dieser Saison, der schwere Schäden im Atlantik verursacht. Vergangenes Jahr waren vor allem Kuba und Haiti von mehreren Wirbelstürmen schwer getroffen worden.
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