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Hurrikan-Alarm in Karibik: EU stellt Nothilfe für Haiti bereit

Angesichts der Verwüstungen durch den Tropensturm "Hanna" droht Haiti eine Hungersnot. Hilfsorganisationen befürchten, dass zum Ende des Jahres rund vier Millionen Menschen vom Hunger bedroht sein werden.

Blick auf die überflutete Stadt Gonaïves.
Blick auf die überflutete Stadt Gonaïves.
Foto: dpa

Port-au-Prince/Mexiko-Stadt (dpa) - Angesichts der Verwüstungen durch den Tropensturm "Hanna" droht Haiti eine Hungersnot. Hilfsorganisationen befürchten, dass zum Ende des Jahres rund vier Millionen Menschen vom Hunger bedroht sein werden.

Weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen im ärmsten Land Amerikas sind durch den Sturm verwüstet, tausende Häuser zerstört. Mehr als 136 Menschen kamen ums Leben. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik, auf den nördlich gelegenen Turks- und Caicosinseln, den Bahamas und Jamaika kam es zu Überschwemmungen und Verwüstungen.

Unterdessen näherte sich mit Hurrikan "Ike" der nächste Wirbelsturm der Region, während sich "Hanna" in der Nacht zum Samstag mit orkanartigen Winden und Regen auf die Küste des US-Bundesstaates South Carolina zubewegte. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sagten den betroffenen karibischen Staaten rasche Nothilfe zu. Allein in Haiti kamen durch die Wirbelstürme "Gustav" und "Hanna" seit Mitte vergangener Woche mehr als 200 Menschen ums Leben.

Die EU stellt Haiti eine sofortige Nothilfe in Höhe von zwei Millionen Euro zur Verfügung. "Wir haben Berichte über zehntausende Menschen, die sofort dringend Hilfe benötigen", sagte EU- Entwicklungskommissar Louis Michel am Freitag. "Ihre Situation ist verzweifelt." Deutschland sagte eine erste Finanzhilfe in Höhe von mehr als 150 000 Euro zu.

Die Vereinten Nationen versprachen den am schwersten betroffenen Staaten ebenfalls rasche Hilfe. UN-Nothilfekoordinator John Holmes sagte am Freitag vor Journalisten in New York, derzeit würde noch das Ausmaß der Schäden geschätzt. Die Vereinten Nationen planten in Kürze einen Spendenaufruf. Besonders hart getroffen wurden Haiti und Kuba. Holmes zufolge brauchen 600 000 Haitianer Hilfe.

Hurrikan "Ike" entwickelte in der Nacht zum Samstag in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometer pro Stunde und wurde von den Meteorologen als potentiell gefährlicher Sturm eingestuft. Nach Berechnungen des Hurrikanzentrums in Miami wird er in der Nacht zum Sonntag erst über die Turks- und Caicosinseln sowie die südlichen Bahamas ziehen, dann nördlich an Kuba vorbei die Südspitze Floridas streifen, um schließlich den Golf von Mexiko zu erreichen.

Datum:  6 | 9 | 2008
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