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30. Juni 2011

Internationale Zusammenarbeit: Das Ende der Rinderpest

 Von Pierre Simonitsch
Die Rinderpest ist laut der UN inzwischen ausgemerzt. Foto: AFP

Schon die Bibel beschrieb die Tierseuche als Plage – jetzt erklären die UN sie offiziell für besiegt. Das ist auch das Ergebnis einer guten internationalen Zusammenarbeit.

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Besiegte Seuche

Die Rinderpest, die auch in englischer Sprache so genannt wird, ist eine Virus-Infektion. Sie befällt nicht nur Rinder, sondern auch Ziegen, Schweine, sogar Wildtiere wie Giraffen oder Flusspferde. Die Krankheit ist für Menschen nicht ansteckend, verläuft in den betroffenen Tierherden jedoch in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich, wie das Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen auf seiner Internetseite beschreibt.

Nach den Pocken beim Menschen ist die Rinderpest laut UN die zweite Infektionskrankheit, die durch internationale Zusammenarbeit besiegt wurde. (ill)

Es gibt keine Rinderpest mehr auf der Erde – das haben die Vereinten Nationen offiziell bestätigt. Bei der Verkündung dieses Erfolgs der internationalen Zusammenarbeit erklärte der Generaldirektor der UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO), Jacques Diouf: „Die Lektionen, die wir beim Sieg über die Rinderpest lernten, können auf andere Herausforderungen wie Hunger und extreme Armut angewendet werden.“

Die hoch ansteckende Tierkrankheit befiel neben Rindern auch wilde Tiere wie Büffel, Giraffen und Antilopen. Sie übertrug sich nicht auf Menschen, hatte aber die Dezimierung der Herden und den wirtschaftlichen Kollaps ihrer Besitzer zur Folge. Das Verenden der Tiere stürzte die von ihrem Fleisch abhängigen Menschen meist auch in Hungersnot. In der Bibel wird die Rinderpest als eine der „zehn Plagen Ägyptens“ beschrieben, die der Gott der Israeliten dem Land schickte.

Weitaus weltlicher stellen die UN fest: „Die Rinderpest tötete im Verlauf von Jahrtausenden Millionen von Tieren.“ Eine Epidemie 1920 in Belgien führte vier Jahre später zur Gründung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Die UN starteten 1994 eine weltweite Impfkampagne unter Leitung der FAO. Zuvor hatte der englische Wissenschaftler Walter Plowright ein Serum gegen die Rinderpest entwickelt, für das er 1999 den „Welternährungspreis“ erhielt. Hauptgeldgeber des „Globalen Programms zur Ausrottung der Rinderpest“ waren die EU, die USA und Japan.

„Nach-Ausrottungs-Strategie“ finden

Die Infektionskrankheit, die durch das Virus Morbilli hervorgerufen wird, hat nichts mit dem Rinderwahnsinn (BSE) zu tun. BSE ist eine Degeneration des Hirns und des Knochenmarks von Pflanzenfressern, die mit Tiermehl gefüttert wurden.

Die Rinderpest ist die erste Tierkrankheit, die durch internationale Zusammenarbeit ausgerottet werden konnte. Analog dazu hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 1980 das Ende der Pockenkrankheit beim Menschen ausgerufen. Proben des Pockenerregers bleiben zu wissenschaftlichen Zwecken in Hochsicherheitstrakten von Labors in Washington und Moskau aufbewahrt. Das soll nun auch mit geringen Mengen von Rinderpestviren geschehen.

FAO-Generaldirektor Diouf hält es für wichtig, „aufzupassen, dass das Resultat von Dauer ist und künftigen Generationen nützt“. Dazu müsse eine „Nach-Ausrottungs-Strategie“ gefunden werden, um eine Wiederkehr der Krankheit zu verhindern.

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