Willi, was hat Dich in die weite Welt gezogen?
Die Abenteuerlust. Nachdem wir sieben Jahre lang in Deutschland "Willi wills wissen" gedreht haben, war es an der Zeit, die Nase in den Wind zu halten, bevor eine negative Routine entsteht.
Willi Weitzel, 36, beantwortet in der Reportagereihe "Willi wills wissen" (ARD, Kika, Dritte Programme) regelmäßig alltägliche Fragen von Kindern.
Am 5. März kommt sein erster dokumentarischer Abenteuerfilm "Willi und die Wunder dieser Welt" ins Kino
Heißt das, hierzulande sind jetzt alle Fragen beantwortet?
Nein, unsere Themenliste geht noch immer ins Endlose. Schon nach einem Jahr "Willi wills wissen" hatten wir Angst, dass uns die Themen ausgehen. Mittlerweile sind wir im achten Jahr, und es kommen immer neue Themen dazu. Mir schwebt jetzt eine Sendung zum Thema Gefühle vor. Die haben in unserem Kinofilm mehr Platz. Trauer, Angst oder auch mal Ekel. Im Fernsehen bin ich immer nur der Gutgelaunte.
In der Wüste Sahara hast Du aus Versehen die letzte Wasserflasche umgestoßen. Muss ein guter Reporter das Talent zum Tollpatsch haben?
(lacht). Wenn es dazu beiträgt, die Geschichte voranzutreiben ... Es gibt tatsächlich Tage, an denen ich wahnsinnig tollpatschig bin. Die Szene mit dem Wasser ist mir wie auf den Leib geschrieben. Wobei die Regie ausnahmsweise ein bisschen nachgeholfen hat. Plötzlich warf mir ein Kollege den Skorpion zwischen die Füße. Also, ich möchte den Kollegen erleben, der in einer solchen Situation nicht vor Schreck den Wasserbeutel umkippt.
Dich zu wundern, das ist Dein Job. Gibt es auch etwas, was Dich auf dieser Weltreise nachhaltig verwundert hat?
Ja, das war eine Begegnung mit einem Ameisenforscher. Er hat mir oben auf einem Baum im australischen Regenwald, ein Nest der Grünen Weberameise gezeigt. Er hat gesagt, so ein Ameisenstaat sei viel besser aufeinander eingespielt als ein Staat von Menschen. Das hat mich fasziniert. Unsereins denkt ja immer, der Mensch sei die Krone der Schöpfung.
In der Arktis hast Du einem betäubten Eisbären gegenübergestanden. Hat der Dich nicht wesentlich mehr beeindruckt?
Na ja, der hatte schon eine wahnsinnige Aura. Von der fühlt man sich angezogen, auch wenn der Dir jeden Augenblick seine Pranke ins Gesicht schlagen kann, und Du bist tot. Aber wenn Du zwölf Stunden auf einem Baum stehst, um Ameisen zu beobachten, tauchst Du so richtig in diesen Mikrokosmos ein.
Auf welche Frage hast Du keine Antwort gefunden?
Wenn man alle Sandkörner dieser Welt zusammen nimmt, hat man immer noch weniger Sand, als es Sterne im Universum gibt. Darüber habe ich mich in der Wüste sehr gewundert. Um das zu begreifen, ist mein Kopf zu klein.
(Interview: Antje Hildebrandt)
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