Aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

24. Februar 2009

Interview mit Danny Boyle: "Es war Schicksal"

Danny Boyles Film räumte acht Oscars ab - darunter als bester Film und für die beste Regie.  Foto: rtr

Der Regisseur Danny Boyle über seinen Oscar-prämierten Film "Slumdog Millionär", seinen Blickwinkel als Ausländer und warum ihn die Geschichte erst gar nicht interessierte.

Drucken per Mail

Kann ein westlicher Regisseur einen glaubhaften Film über die Befindlichkeiten des modernen Indien drehen?

Natürlich bin ich immer ein Außenseiter und werde auch immer dessen Blickwinkel haben. Aber normalerweise drehen sich westliche Filme über Indien immer um einen weißen Protagonisten, der in diesem Land seine spirituelle Erleuchtung erlebt. Diese Art von Filmen mag ich nicht; sie fühlen sich auch unzeitgemäß an. Vielmehr erzählen wir unsere Geschichte aus der Perspektive eines Inders. Und dass ich als englischer Regisseur das tue, hat auch seine Vorteile. Denn als Ausländer siehst du viel stärker, wie unglaublich dieses Land ist. Für die Einheimischen ist es ja selbstverständlich. Nach dieser Logik haben auch Regisseure wie Ang Lee und Robert Altman großartige Filme über die englische Klassengesellschaft gemacht. Ich würde mir aber nie anmaßen, Indien etwas über sich selbst beibringen zu wollen. Dieses Land hat unzählige Probleme und Möglichkeiten, und aus denen wird es schon selbst das Richtige machen.

Es gab Vorwürfe der Inder, dass Sie zu sehr den Blick auf die Missstände des Landes richten.

Dem würde ich widersprechen. Ich wollte bewusst zeigen, dass das Leben in indischen Slums nicht so trostlos ist, wie uns das westliche Dokumentationen glauben machen wollen. Die Menschen dort arbeiten hart, sie sind stolz auf das, was sie erreicht haben, und sie sind glücklich. Mir ging es auch darum, diese Lebensfreude zu vermitteln. Andere Aspekte sind Teil der indischen Normalität. Dass Verhaftete, die kein Geständnis ablegen, gefoltert werden, kommt immer wieder vor. Selbst die indischen Behörden, denen wir die entsprechende Drehbuch-Szene vorlegten, hatten keinen Einwand..

Haben Sie vorhergesehen, dass diese Geschichte auch im Westen so viel Eindruck machen wird?

Ursprünglich hatte mich das Drehbuch nicht interessiert, denn man hatte mir gesagt, es handele von "Wer wird Millionär?" Ich wollte keinen Film über diese TV-Show machen. Aber aus Respekt für den Autor las ich es doch, und nach 20 Seiten war ich total gefesselt - die Handlung war auf wunderbare Weise komplex, denn sie verzahnt das Thema des Underdogs mit einer großen Liebesgeschichte. Und meine Begeisterung als Leser wollte ich dem Zuschauer vermitteln. Dass "Slumdog Millionär" aber so eingeschlagen hat, nachdem es ursprünglich aussah, als sollte er nur auf DVD herauskommen, darüber hatte ich keine Kontrolle. Das war wohl Schicksal.

Interview: Rüdiger Sturm

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft.

Kalenderblatt 2016: 25. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 25. September 2016: Mehr...

Kalenderblatt 2016: 24. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 24. September 2016: Mehr...

Kalenderblatt 2016: 23. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 23. September 2016: Mehr...

Kalenderblatt 2016: 22. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 22. September 2016: Mehr...

Globetrotter weltweit

Welche Nation nicht ohne eigenes Handtuch verreist

Nur mit eigenem Handtuch an den Hotelpool? Für viele Chinesen ein Muss im Urlaub.

Für die einen ist es das Handtuch, für die anderen die Fotokamera: Jeder Mensch legt im Urlaub auf ganz bestimmte Ding wert. Oftmals hängt das auch von der Kultur ab. Eine neue Umfrage hat ermittelt, wie die Welt 2016 verreisen will. Mehr...

Videonachrichten Panorama

Anzeige

Videonachrichten Leute