Es gibt eine Website, die auch "Entsorgte Väter" heißt. Dort wird gegen das angebliche Diktat der Frauen agitiert.
Auch damit habe ich nichts zu tun. Ich bin abgesehen davon froh, mich endlich wieder mit anderen Themen beschäftigen zu können.
Dabei wird Ihr Film vielleicht eine große Diskussion auslösen.
Das war auch mein Ziel. In meinem Film gibt es einen Fall, wo eine Frau den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs erhoben hat. Die Gerichte hielten es für erwiesen, dass das nicht stimmt. Und dennoch ist ihr Ex-Mann ein entsorgter Vater. Darum geht es mir: Es kann nicht sein, dass sich solche Verfahren jahrelang hinziehen, die Kinder sich von den Vätern entfremden, obwohl die Väter nichts verbrochen haben. In Cochem gab es einen Richter, der hat diese Verfahren beschleunigt, in erster Linie zum Wohle der Kinder. Dahin müssen wir überall kommen.
Herr Wolfsperger, manche Leser werden monieren, dass Ihre Ex-Freundin hier nicht zu Wort kommt. Wir vertrauen auf die uns bekannten Gutachten, die Ihre Version stützen. In Ihrem Film wird auch keine der Ex-Frauen gehört.
Weil keine der Frauen sich äußern wollte.
Als Ersatz lassen Sie ein andere Frau erklären, warum sie ihrem Ex-Mann die Kinder entzogen hat.
Ja, sie sagt zum Beispiel, dass ein Vater im Wesentlichen nur der Erzeuger sei. Bezugsperson könne jeder andere auch sein.
Diese Frau wirkt kalt, fast abgebrüht, sie zeigt auch keinerlei Mitgefühl für Sie. Sie ist, kurz gesagt, ein extremes Beispiel.
Die Frage ist doch: Wie muss eine Frau ticken, die einem Vater das Kind wegnimmt? Und ich denke, dass diese Frau dazu ein eindrückliches Psychogramm bietet. In gewisser Weise war ich ganz hingerissen von ihrer Art, wie sie sich einfach so ihre Welt zurechtdenkt.
Ihre Entscheidung, diese Frau zu zeigen, suggeriert die Botschaft: Seht her, so sind die Frauen!
Das Risiko, falsch verstanden zu werden, muss man eingehen, wenn man Stellung beziehen will. Es wäre auch falsch, den Film als Dokumentarfilm zu sehen. Er ist Ausdruck meiner Ohnmacht.
Vielleicht wird Ihre Tochter den Film irgendwann auch sehen.
Ich hoffe es. Sie soll wissen, dass ich sie nicht im Stich gelassen habe.
Was wissen Sie denn noch von Ihrer Tochter?
Nichts. Eigentlich hätte ich das Recht darauf, alle drei Monate einen Bericht zu bekommen: Wie es ihr geht, wie sie in der Schule ist - plus ein aktuelles Foto. Aber meine Ex-Freundin hält sich auch daran nicht. Unterhalt darf ich zahlen, das ist ja selbstverständlich. Ich werde aber ein neues Verfahren anstreben, weil ich wenigstens dieses Recht auf Informationen durchsetzen will.
Sie wissen nicht mal, wie Ihre Tochter inzwischen aussieht?
Nein. Wenn ich an sie denke oder von ihr Träume, sehe ich das kleine Mädchen vor mir, das sie neben mir auf einem alten Foto ist. Da waren wir glücklich.
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