Der Hurrikan „Isaac“ hat im US-Bundesstaat Louisiana Überschwemmungen ausgelöst. Südlich von New Orleans trat Wasser über einen Damm und überschwemmte ein Wohngebiet, wie ein örtlicher Behördenvertreter, Billy Nungesser, am Mittwoch dem Fernsehsender CNN sagte. In Plaquemines Parish, das auf einer Landzunge im Golf von Mexiko liegt, stand das Wasser demnach in einigen Häusern bis zu 3,60 Meter hoch.
Möglicherweise werde das Wasser Löcher in den Damm reißen, sagte Nungesser. Die Gegend werde vollständig überschwemmt werden. Nungesser zufolge hatten sich mindestens die Hälfte der 2000 Bewohner der bedrohten Gegend vor dem Eintreffen des Sturms in Sicherheit gebracht.
Als Hurrikan traf "Isaac" vom Golf von Mexiko kommend an der Küste von Louisiana und Mississippi auf das Festland.
Foto: REUTERS„Isaac“ verlangsamte am Mittwoch nach Angaben der US-Wetterbehörde seine Geschwindigkeit, nachdem er am späten Dienstagabend (Ortszeit) begleitet von heftigen Regenfällen in Louisiana auf Land getroffen war. Von der Stadt New Orleans, die vor sieben Jahren vom Hurrikan „Katrina“ schwer zerstört worden war, war „Isaac“ gegen 11.00 Uhr MESZ noch knapp 100 Kilometer entfernt. Der Sturm sorgte dort jedoch bereits für Stromausfälle.
Der Sturm mit einer Ausdehnung von mehr als 300 Kilometern ist ein Test für die Schutzdämme in New Orleans, die nach „Katrina“ 2005 verstärkt worden waren. „Isaac“ erreichte die Region am Vorabend des 7. Jahrestags von „Katrina“. „Isaac“ ist allerdings deutlich schwächer als „Katrina“, die als Sturm der Kategorie 5 mit Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde eingestuft worden war.
In New Orleans waren die Straßen am Dienstagabend menschenleer. Niedrig gelegene Gebiete von Louisiana und Mississippi mit Zehntausenden Bewohnern waren vorsorglich evakuiert worden. Zwölf Spielcasinos an der Golfküste und der Flughafen von New Orleans wurden geschlossen. Unter Bewohnern und Touristen herrschte aber offenbar kaum Angst oder Panik, nachdem New Orleans 2008 bereits erfolgreich dem Hurrikan „Gustav“ standgehalten hatte.
Ed Rappaport vom Hurrikanzentrum in Miami sagte, das Zentrum von „Isaac“ werde westlich an New Orleans vorbeiziehen in Richtung Baton Rouge und sich dann schrittweise abschwächen. Bis dahin könne der Sturm aber noch Geschwindigkeiten bis zu 160 Kilometer pro Stunde erreichen und möglicherweise Schäden an Hochhäusern in New Orleans anrichten.
US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag den Ausnahmezustand über Louisiana und Teile von Mississippi verhängt. „Das ist nicht die Zeit, um das Schicksal herauszufordern“, erklärte er und rief die Bewohner der Region auf, die Situation ernst zu nehmen. Die Behörden warnten vor allem vor möglichen Überschwemmungen.
Das Auswärtige Amt in Berlin sprach eine Reisewarnung aus. Am Wochenende war „Isaac“ über Haiti und die Dominikanische Republik hinweg gefegt. Dabei kamen laut jüngsten Angaben der Behörden 29 Menschen ums Leben.
In Florida hatten die Republikaner wegen „Isaac“ bereits den Beginn ihres Parteitags um einen Tag verschoben und das Programm gestrafft. Die Stadt Tampa, in der die Großveranstaltung stattfindet, befindet sich zwar nicht mehr in der Bahn des Sturms. Aber auch dort könnte es zu Stürmen und starkem Regen kommen. Am Dienstagabend kürte der Parteitag offiziell Mitt Romney zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November. (dapd)
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